Demografischer Wandel im Blutspendesaal:

Neuspender dringend gesucht

Genügend Blutspender zu finden, ist im Sommer stets besonders schwer. Doch den Blutspendediensten im Land macht der langfristige Trend noch größere Sorgen: Jahr für Jahr gibt es weniger Spenden. Die Zahl der Erstspender hat sich mehr als halbiert.

Die Blutspendebereitschaft sinkt seit Jahren, besonders jüngere Menschen spenden immer seltener. Foto: Bernd Wüstneck
Bernd Wüstneck Die Blutspendebereitschaft sinkt seit Jahren, besonders jüngere Menschen spenden immer seltener. Foto: Bernd Wüstneck

Wenn Andreas Greinacher, Leiter der Transfusionsmedizin am Uniklinikum Greifswald, in den Blutspendesaal geht, kann er aktuell ganz zufrieden sein: Tag für Tag kommen Dutzende Spender. Doch der Schein trügt, sagt Greinacher: „Im Sommer ist es immer besonders schwer, genügend Spender zu finden. In den Ferien kommen viele regelmäßige Spender nicht und sind viele Urlauber im Land. Dadurch steigt der Bedarf an Bluttransfusionen – etwa nach Unfällen – deutlich.“

Viel größere Sorgen als die aktuelle Lage macht den Blutspendediensten im Land allerdings die langfristige Entwicklung. Seit 2008 hat sich die Zahl der Spenden um rund ein Viertel reduziert, von rund 136 000 auf 102 000 im vergangenen Jahr. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Neuspender sogar um rund 60 Prozent gesunken, auf nur noch rund 9000 im vorigen Jahr.

Ursache für den Rückgang ist aus Sicht des Professors die demografische Entwicklung. Er warnt davor, diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Zwar gehe der Bedarf an Blutspenden pro Patient zurück, weil sich die Medizin große Mühe gebe, so wenig Blut wie möglich zu verbrauchen. „Weil es aber immer mehr ältere Menschen gibt, die oft auf Blutspenden angewiesen sind, gleicht sich diese Entwicklung wieder aus.“ Ein weiterer Einbruch droht laut Greinacher, wenn die heute 50- bis 60-jährigen Spender ausscheiden. Die Lösung könne deshalb nur heißen, mehr junge Menschen als Spender zu gewinnen. 

In Greifswald investiert man daher insbesondere in die Gewinnung von Neuspendern und auch die lokale Wirtschaft unterstützt den Blutspendedienst der Hansestadt. Dort erhalten Spender  ein wöchentlich wechselndes Rabattangebot von örtlichen Geschäften.

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