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Noch drei Bieter für Fleesensee

Nach dem Grand Hotel Heiligendamm steht mit dem „Land Fleesensee“ noch ein größeres Urlaubsobjekt zum Verkauf. Es gibt noch drei ernsthafte Bewerber. Experten sind aber skeptisch, ob der Verkauf bis zum Jahresende wirklich klappt.

Blick auf das Radisson Resort Schloss Fleesensee in Göhren-Lebbin. Es gibt nur noch drei ernsthafte Kaufinteressenten – ein Verkauf ist damit fraglich.
Bernd Wüstneck Blick auf das Radisson Resort Schloss Fleesensee in Göhren-Lebbin. Es gibt nur noch drei ernsthafte Kaufinteressenten – ein Verkauf ist damit fraglich.

Der Verkauf wird nicht einfach: „Es gibt noch drei ernsthafte Interessenten, die dabei sind, ihre Kaufpreisvorstellungen zu präzisieren“, sagte der Geschäftsführer der Land Fleesensee Verwaltungs GmbH, Detlev U. Fricke, in Berlin. Seit knapp einem Jahr suchen Fricke und die Hamburger Investmentbank Warburg Käufer für die mit hoher öffentlicher Förderung 1998/1999 gebaute Anlage, zu deren Eröffnung sogar der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kam. „Land Fleesensee“ umfasst mehrere Hotels mit 1900 Betten und 500 Beschäftigten. Experten, wie Peter Georg Wagner vom Immobilienverband Deutschland (IVD), Region Nord in Hamburg, und der Rechtsanwalt Jörg Zumbaum, der das insolvente Grandhotel Heiligendamm bei Rostock verkaufte, sind aber skeptisch, was einen schnellen Verkauf betrifft. „Je größer und je zweckgebundener eine Immobilie ist, desto schwieriger ist es, einen Käufer zu finden“, sagte Wagner.

Schweizer Kredit belastet

Die über einen Fonds für rund 200 Millionen Euro gebaute Anlage, zu der auch der erste deutsche Robinson-Club, ein Schlosshotel und eines der größten europäischen Golfareale gehört, hat die Gewinnerwartungen der 1800 Gesellschafter lange enttäuscht. Der Verkauf wurde Ende 2012 beschlossen, mit dem Preis wollen die Banken einen 1999 in Schweizer Franken aufgenommenen Kredit von umgerechnet 52 Millionen Euro ablösen, der die Gesellschaft noch immer hoch belastet. Knapp 50 Millionen Euro betrug damals die öffentliche Förderung der Anlage.

Wie kompliziert der Verkauf ist, haben auch Fricke und sein Manager in Göhren-Lebbin, Thomas Dobber-Rüther, erkannt. Umso wichtiger ist, dass der Betrieb in den Hotels, beim Golfen und im Spaßbad mit Wellness weiterläuft. „In diesem Jahr litten die Geschäfte aber unter einem schwierigen Frühjahr“, erklärte Dobber-Rüther. So lag der Umsatz bis Oktober mit 20,5 Millionen Euro etwa eine Million Euro unter dem des Vorjahreszeitraums. Robinson-Club und Dorfhotel, beide TUI-Töchter, konnten die Verluste bisher nicht aufholen; beim Golf wurden rund 20 Prozent weniger Runden gespielt. Die lange defizitäre Therme profitiert aber gerade davon, dass das Spaßbad in Röbel wegen Sanierung geschlossen ist.

20 Bewerbern auf den Zahn gefühlt

Anfangs hatten sich rund 20 Bewerber für einen Kauf gemeldet. Vor dem Hintergrund der Erfahrung in Heiligendamm bestanden die Verkäufer aber auf einer eingehenden Prüfung der Zahlungsfähigkeit, bevor weitere Verhandlungen zugelassen wurden, erläuterte Fricke. So sank die Bewerberzahl drastisch. Die branchenüblichen Prüfungen der letzten Interessenten dauere wegen der komplexen Struktur an. Es gibt sechs Einzelgesellschaften im „Land Fleesensee“. Generell sei es im Tourismus viel problematischer, als bei Firmen, die ein konkretes Produkt herstellen.