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Nordkirche segnet künftig Homosexuelle

Um die Entscheidung wurde lange gerungen. Jetzt hat die Synode der Nordkirche die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen. Die Entscheidung fiel überraschend einmütig.

Die Synode der Nordkirche tagt seit dem 29.09.2016 in Travemünde.
Markus Scholz Die Synode der Nordkirche tagt seit dem 29.09.2016 in Travemünde.

In MV können sich in einer Lebenspartnerschaft lebende schwule und lesbische Paare künftig in öffentlichen Gottesdiensten segnen lassen. Das hat die in Travemünde tagende Landessynode der Nordkirche am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen. Künftig sind solche Gottesdienste Amtshandlungen, auf die jedes Mitglied der Nordkirche einen Anspruch hat. So wie Traugottesdienste heterosexueller Paare sollen sie in den Kirchenbüchern verzeichnet werden.

In der Neuregelung soll sich laut Landesbischof Gerhard Ulrich das „geistliche Lernen unserer Kirche“ widerspiegeln. „Es geht um Menschen und ihre Lebensgeschichten – um Liebe und Leiden und Leidenschaft.“ Pastorinnen und Pastoren können allerdings auch weiterhin Segnungen aus Gewissensgründen ablehnen. In diesem Fall sollen die zuständigen Pröpste dafür Sorge tragen, dass die Segnung durchgeführt wird.

Anders als andere Landeskirchen verzichtet die Nordkirche darauf, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare offiziell als Traugottesdienst zu bezeichnen. Deshalb warnte der Vorsitzende der theologischen Kammer der Nordkirche, Daniel Havemann, es bestehe die Gefahr einer Abwertung des Segnungsgottesdienstes zu einer „Trauung zweiter Klasse“.