Ärger mit der Telekom:

Nordkurier-Anruf beendet lange Funkstille

Fast zwei Monate war eine Familie aus der Nähe von Neustrelitz vom Telekom-Netz abgeklemmt, nachdem sie ihren Anschluss umgestellt hatte. Mit Hilfe des Nordkurier ließ sich das Problem lösen.

Der Konzernriese Telekom ließ eine Familie in Neustrelitz mit einem Problem lange in der Luft hängen.
Martin Gerten Der Konzernriese Telekom ließ eine Familie in Neustrelitz mit einem Problem lange in der Luft hängen.

Der Ärger hat für Familie Möckl mit den Sommergewittern begonnen und hallt bis ins neue Jahr nach. Blitzeinschläge sorgten im August und September in Userin bei Neustrelitz dafür, dass die Telefonanlage gleich zweimal schlapp machte. Dabei erwischte es mit dem Router auch das Gerät, das als Schaltstelle zwischen Anschluss und Heimelektronik unverzichtbar ist. Den Anschluss schnell wieder funktionstüchtig machen lautete die Absicht von Angelika und Bernd Möckl. „Schnell nach Neubrandenburg fahren, im T-Punkt neuen Router kaufen, sofort wieder telefonieren und surfen“, planten sie.

Doch das Leben sollte eine böse Überraschung bereithalten. Im T-Punkt, so berichtet Angelika Möckl, empfahl ein freundlicher Berater der Familie, bei dieser Gelegenheit doch gleich auf Internettelefonie (IP-Telefonie) umzustellen. Künftig würden ohnehin alle Anschlüsse auf dieses neue Verfahren geschaltet, so die Auskunft. Tatsächlich will die Deutsche Telekom laut ihren eigenen Ankündigungen bis 2018 alle Telefonate nur noch über das Internet abwickeln. Preise und versprochenes Datentempo stimmen – die Möckls willigen in den neuen Vertrag ein.

Nichts funktioniert

Wegen eines längeren Auslandsaufenthalts der Familie wird schließlich das Umschalten auf Anfang Dezember vereinbart. Nach der Rückkehr in die Heimat mitten in der Adventszeit der Schock: Nichts funktioniert. Die Telekom-Störungsstelle gibt die Auskunft, dass die Bearbeitung des Problems zwischen drei Tagen und drei Monaten dauern könne. Nach drei Tagen jedenfalls tut sich nichts, und eine Odyssee von Anruf zu Anruf, von Callcenter-Mitarbeiter zu Callcenter-Mitarbeiter beginnt.

„Insgesamt haben wir über 30 Stunden mit Telefonaten, in Warteschleifen, Beschwerdeschreiben und Besuchen im T-Punkt verbracht“, schaut Angelika Möckl zurück. Sie und ihr Mann treffen auf freundliche Mitarbeiter, die sich redlich mühen oder auf welche, die einfach auflegen. Am Ende schickt die Telekom sogar eine Sim-Karte und übernimmt damit die Kosten für das Mobiltelefonieren.

Nach 50 Tagen ohne Telefon geht alles ganz schnell

Mitte Januar lesen die Möckls im Nordkurier, dass die Probleme mit der IP-Telefonie nicht nur sie allein treffen. Mal funktioniert nach der Umstellung auch bei anderen Kunden gar nichts, mal geht das Internet, mal brechen die Gespräche ab. Sie schreiben an den Nordkurier. Dann erhalten die Möckls auf dem Handy plötzlich einen Anruf. „Nachdem Sie sich an die örtliche Presse gewandt haben, soll ich mich um Ihren Telefonanschluss kümmern“, erklärt der Service-Mitarbeiter.

Nach 50 Tagen ohne Telefon geht plötzlich alles schnell. Bernd Möckl stoppt die Zeit: Ganze 58 Minuten dauert es, um mit Unterstützung des Telekom-Experten am Handy die drei Rufnummern und das Internet zum Leben zu erwecken. „Wir haben einen Fehler in unserem System behoben und der Kundin bei der Konfiguration des Routers geholfen“, erklärt ein Telekom-Pressesprecher, nachdem unsere Zeitung bei der Zentrale in Bonn nachgefragt hatte. Für den Zeitraum, in dem der Anschluss nicht genutzt wurde, werde die Grundgebühr erstattet sowie eine Kulanz-Gutschrift gewährt, heißt es.

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