Arbeitslosenzahlen:

Offizielle Zahlen nur zwei Drittel der Wahrheit

Nicht alle, die keine Arbeit haben, tauchen in den offiziellen Arbeitslosenstatistiken auf. Deutschlandweit fallen so fast 900 000 Menschen „unter den Tisch“.

Neuer Monat, neue Arbeitslosenzahlen – wieder verkündet die Bundesagentur für Arbeit eine positive Entwicklung.
Sebastian Kahnert Neuer Monat, neue Arbeitslosenzahlen – wieder verkündet die Bundesagentur für Arbeit eine positive Entwicklung.

In MV ist die Arbeitslosigkeit im Juni wieder zurückgegangen. In Brandenburg soll die Quote sogar auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken sein. Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da sich im Laufe der Jahre die Verfahren der Zählung der Arbeitslosen immer wieder verändert haben und in aktuellen Statistiken nicht wirklich alle Menschen ohne Arbeit mitgezählt werden, wie das Projekt „O-Ton Arbeitsmarkt“ kritisiert.

Tatsächlich veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit solche Statistiken, allerdings sind die im Internet im Gegensatz zu den offiziellen nur mit etwas Mühe zu finden. Dort finden sich unter „Unterbeschäftigung“ alle diejenigen wieder, die zwar keine Arbeit haben, aber nicht als Arbeitslose gezählt werden. Dazu gehören unter anderem viele Menschen, die über 58 Jahre alt sind, Ein-Euro-Jobber, Teilnehmer von Weiterbildungen, Bezieher von Gründungszuschüssen und sogar „offizielle“ Arbeitslose, die am Tag der Erfassung krankgeschrieben waren.

Werden sie mitgezählt, ergibt sich in MV eine absolute Zahl von rund 104.000 Arbeitslosen, im monatlichen Bericht der Arbeitsagentur ist allerdings nur von rund 76.000 die Rede. In Brandenburg ist das Verhältnis 136.000 zu 101.000. Damit liegt die Zahl der "statistischen Arbeitslosen" bis zu 38 Prozent unter der Zahl der tatsächlichen. Das hat auch Auswirkungen auf die eigentliche Arbeitslosenquote. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt sie 12,3 statt „offiziell“ 9,2 Prozent. In Brandenburg 10,1 statt 7,7 Prozent.

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