Bibliotheken im Netz:

„Onleihe“-Netz in MV soll wachsen

Die digitale Welt macht es möglich – lesen und Musik hören fast ohne Grenzen. Auch für Bibliotheksnutzer in MV soll das bald möglich sein. Noch klemmt es aber bei der Finanzierung.

Für die Digitalisierung der Bibliotheksbestände hat die Landesregierung Fördermittel in Aussicht gestellt.
Arne Dedert Für die Digitalisierung der Bibliotheksbestände hat die Landesregierung Fördermittel in Aussicht gestellt.

Fortschritt für Leseratten: Der seit längerem geplante landesweite „Onleihe“-Verbund soll noch dieses Jahr starten. Darauf habe man sich jetzt bei einem Treffen mit dem Bibliotheksverband MV im Kultusministerium verständigt, bestätige ein Sprecher des Ressorts Informationen.

Allerdings ist noch nicht alles in Sack und Tüten, Details müssten noch geklärt werden, sagte der Sprecher.  Offenbar steht die Finanzierung des ambitionierten Projektes noch nicht, denn auch die Kommunen sollen beteiligt werden. Und dort muss erfahrungsgemäß eisern gespart werden.

Neubrandenburg startete zuerst

Bislang gibt es drei regionale Onleihe-Verbände im Nordosten, die nun miteinander vernetzt werden sollen: Neubrandenburg und Umgebung, Rostock sowie Wismar-Schwerin.  Statt jeweils etwa 10 000 Medien stünden den Nutzern an Tablet, PC, E-Reader, MP3-Player und Smartphone dann rund 50 000 Titel zur Verfügung. Die Differenz ergibt sich aus geplanten Neuanschaffungen.

Als eine der ersten Einrichtungen im Land startete vor mehr als fünf Jahren die Regionalbibliothek Neubrandenburg die Online-Ausleihe. Der digitale Service umfasst neben Büchern auch Zeitungen und Zeitschriften, Musik, Hörbücher und Filme. Kunden mit gültigem Leserausweis könnten die Titel jeweils für eine bestimmte Zeit herunterladen.

Nur etwa jede zehnte Bücherei hat E-Books

Virtuelle Medien machen in Neubrandenburg derzeit rund acht Prozent des Bibliotheksbestandes aus. Die Ausleihe von E-Books steige kontinuierlich an, erklärte eine Stadtsprecherin. Vor allem die Kosten für Ankäufe könnten reduziert werden, wenn es landesweit zu einer Verbundlösung käme.

Eine landesweite Onleihe aller digitaler Medien in den
Bibliotheken hatte das Bildungsministerium schon im vorigen Sommer angekündigt und dafür 140 000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. Es gehe darum, auch den Menschen außerhalb der Städte das Angebot der Bibliotheken zugänglich zu machen, sagte damals Minister Mathias Brodkorb (SPD).

Derzeit ist das Onleihe-Angebot im Nordosten noch recht lückenhaft. Bei 104 öffentlichen Bibliotheken – davon 89 hauptamtlichen – bieten gerade elf Einrichtungen E-Books an. Damit sind knapp 30 000 Medien des insgesamt 2,15 Millionen Titel umfassenden Bibliotheksbestandes von Mecklenburg-Vorpommern derzeit digital zugänglich. 

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