Mehr Chancen für Arbeitslose:

Opposition fordert Lohnzuschüsse

Wer im immer älter werdenden MV über 50 ist, hat schon mal ein „Vermittlungshemmnis“. Ein „sozialer Arbeitsmarkt“ soll helfen, doch die Regierung sträubt sich.

Sollen Arbeitslose mehr Geld bekommen?
Jens Kalaene Sollen Arbeitslose mehr Geld bekommen?

Fachkräftemangel allenthalben – aber im Nordosten verbessert sich die Situation der Langzeitarbeitslosen über die Jahre hinweg nicht. „Trotz insgesamt sinkender Arbeitslosenzahlen, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine hohe Zahl von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen langzeitarbeitslos sind. Aktuell sind das laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit 31 909 Menschen“, kritisierte am Freitag im Landtag Grünen-Abgeordnete Silke Gajek. Außer Absichtserklärungen unternehme die Landesregierung nichts dagegen: „Die Politik für Langzeitarbeitslose ist gescheitert“, sagte sie.

Grüne fordern staatliche Mittel als Lohnzuschuss

Die Grünen-Fraktion forderte deshalb per Antrag, neue Strategien zu entwickeln. Unter anderem setzt sie dabei auf den sogenannten Passiv-Aktiv-Transfer – also staatliche Mittel, die ohnehin als Grundsicherung gezahlt werden müssen, als Lohnzuschuss einzusetzen. Gleichzeit würden auf diesem „sozialen Arbeitsmarkt“ die Betroffenen langfristig betreut – beispielsweise sozialpädagogisch, psychologisch und medizinisch. Unterstützt wurden die Grünen dabei von den Linken.

Die Regierung in MV ist dagegen

Doch die beiden Oppositionsparteien haben dabei die Rechnung ohne den SPD-CDU-Wirt gemacht, der die Mehrheit im Parlament hat. Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) bestätigte zwar, dass die Langzeitarbeitslosigkeit im immer älter werdenden MV ein Problem darstelle. Ein Alter über 50 Jahren zähle schon zu den „Vermittlungshemmnissen“. Doch zuständig sei erst einmal der Bund. Außerdem entwickle man eigene Ideen.

Als Beispiel nannte Hesse die in MV eingesetzten „Familiencoaches“. „Damit wollen wir verhindern, dass sich in den Familien die Arbeitslosigkeit in den nächsten Generationen fortsetzt“, sagte sie. Die Trainer kümmerten sich nicht allein um den betroffenen Langzeitarbeitslosen selbst, sondern um die ganze Familie. „Deshalb setzen wir genau das jetzt schon um, was Sie gerade gefordert haben“, meinte sie mit Blick auf den Grünen-Antrag. Und der wurde abgelehnt.

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