Scharfe Kritik:

Politik vernachlässigt in neuem Konzept für MV den Osten

Mit dem Landesraumentwicklungskonzept verfolgt das Land eine Schrumpfungs- und keine Wachstumsstrategie, heißt es in Kritiken an dem Programm. Vor allem der Osten sieht sich benachteiligt.

Zwei Jahrzehnte nach Inkrafttreten der Verfassung Mecklenburg-Vorpommerns hinkt die Entwicklung des Ostens immer noch hinterher. Das zeigt sich beispielsweise hier in Loitz.
Stefan Sauer Zwei Jahrzehnte nach Inkrafttreten der Verfassung Mecklenburg-Vorpommerns hinkt die Entwicklung des Ostens immer noch hinterher. Das zeigt sich beispielsweise hier in Loitz.

Die IHK Neubrandenburg wirft der Landesregierung vor, mit dem neuen Landesraumentwicklungskonzept den Westteil des Landes zu bevorzugen. Konkrete positive Entwicklungsimpulse und eine Weiterentwicklung von Strukturen und Angeboten würden nur für einige Teilräume – im Regelfall Rostock - formuliert, heißt es in der Stellungnahme der IHK zur zweiten Beteiligungsrunde. Alle anderen Oberzentren – voran Neubrandenburg – fielen im Fokus des Landesraumentwicklungsprogrammes deutlich ab. 

Der Greifswalder Wirtschaftsgeografie-Professor Helmut Klüter wirft der Landesregierung vor, in dem Programm mit einer schrumpfenden Bevölkerung von einer falschen Datenbasis auszugehen. Anders als die Landesregierung behaupte, gebe es seit 2014 Bevölkerungszuwächse im Land – auch ohne die Flüchtlinge. Die Landesregierung setze auf die Entwicklung der Räume Rostock und Schwerin, während der Osten hinten runter falle.

Kommentare (1)

Die Bevölkerungszuwächse im Land seit 2014 außerhalb städtischer Ballungszentren will die Landesregierung nicht wahrhaben. Sie entspricht nicht ihrer Planwirtschaft. Von Flucht und Vertreibung aus ländlichen Räumen profitieren die urbanen Schwerpunkte. Selbst EU-Gelder zur Entwicklung des ländlichen Raumes (LEADER) werden von den Bürgermeistern der Städte abgeschöpft. Landesraumentwicklung bedeutet im MV-tut-gut-Land vor allem die Förderung von Agrar-Steppen mit dem dazugehörigen Rückgang der Artenvielfalt auf allen Ebenen. Trotzdem ist der Zuzug engagierter Menschen auf`s Land nicht so leicht zu stoppen. Doch die sollten ihre Kräfte bündeln.