Neue Fangquoten der EU:

Ostseefischer dürfen mehr Heringe fangen

Die EU-Staaten haben die Fangmengen neu ausgehandelt. Bei anderen Sorten wurde allerdings gekürzt.

Netze voller Heringe aus dem Greifswalder Bodden – diese Bilder gibt es künftig wieder öfter zu sehen.
Christian Charisius Netze voller Heringe aus dem Greifswalder Bodden – diese Bilder gibt es künftig wieder öfter zu sehen.

Die Fischer in Deutschland dürfen 2015 deutlich mehr Hering in der Ostsee fangen als im laufenden Jahr. Darauf haben sich die zuständigen EU-Minister am Montagabend in Luxemburg geeinigt. Kürzungen gibt es hingegen bei den Fangmengen für Sprotte, Lachs und Dorsch – beim Dorsch aber nicht so heftig wie von den Fischern befürchtet. Die erlaubte Fangmenge für die Scholle bleibe unverändert gegenüber dem Vorjahr, teilten EU-Diplomaten mit.

Die Fischer in Deutschland dürfen 2015 in der westlichen Ostsee 12 Prozent mehr Hering fangen, in der östlichen Ostsee 45 Prozent. Die Dorschquote sank für den westlichen Bestand um 7 Prozent, im Osten um 22 Prozent.

Die Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern begrüßten die Fangquoten, sehen aber „noch Luft nach oben“. Anders als befürchtet seien die drastischen Kürzungsvorschläge der Wissenschaft für den Dorsch nicht umgesetzt worden, sagte am Dienstag der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuß. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hatte zuvor eine Reduzierung der Dorschquote um rund 50 Prozent gefordert.

Kritik kommt von den Umweltverbänden

Die Anhebung der Quote für den Hering zeige in die richtige Richtung, sagte Kahlfuß. Allerdings sei das Ausgangsniveau vor Beginn der drastischen Kürzungswelle seit 2008 noch immer nicht erreicht. Auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich zufrieden. „Mit diesen Werten können wir gut leben.“ Wichtig sei, dass die Fischerei nach den vielen harten Jahren wieder eine Perspektive erhalte. Insgesamt dürfen 2015 knapp 7400 Tonnen Hering und rund 2300 Tonnen Dorsch in Mecklenburg-Vorpommern angelandet werden.

Zustimmung kam auch vom Bund. Der Beschluss der Fischereiminister stelle sicher, dass die meisten Fischbestände in der Ostsee schon 2015 nach dem Prinzip des sogenannten maximalen Dauerertrages bewirtschaftet werden. Beim Dorsch wolle man dies 2016 erreichen, hieß es aus dem Bundesagrarministerium.

Umweltorganisationen kritisieren die Entscheidung scharf. „Die Fangmengen für
Ostseedorsch treten das Grundprinzip der neuen Fischereipolitik mit Füßen“, sagte Karoline Schacht vom WWF. Auch Greenpeace reagierte unzufrieden auf die aus ihrer Sicht zu hohen Fangmengen. Ausgelaugte Bestände würden weiterhin überfischt.

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