Ermittlungen laufen:

Patient nach Stromausfall in Klinik gestorben

17 Minuten Stromausfall haben in Schwerin dramatische Folgen: Ein schwer verletzter Patient stirbt in einer Klinik, nachdem die Beatmungstechnik ausfiel.

Jens Büttner/dpa Die Notstromaggregate sprangen in der Klinik zwar an, der Strom gelangte aber nicht auf die Intensivstation, hieß es in einer ersten Stellungnahme.

 Die Staatsanwaltschaft Schwerin untersucht derzeit einen Todesfall in einem großen Schweriner Krankenhaus. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte, war am Dienstagnachmittag nach einem Stromausfall ein Patient auf der Intensivstation der Klinik gestorben. Dabei handele es sich um einen 29 Jahre alten Mann aus der Ukraine, der in Mecklenburg-Vorpommern arbeitete. "Wir prüfen, ob ein Fremdverschulden vorliegt", sagte der Sprecher.

 Die Klinik bedauert den Vorfall: "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen", sagte der Sprecher der Helios-Kliniken, Christian Becker.

Der 29-Jährige war nach einem Arbeitsunfall mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Krankenhaus gekommen. "Nach dem Stromausfall sprangen die Notstromaggregate auch an", sagte Becker. Aus bisher ungeklärter Ursache klappte die Strom-Weiterleitung auf die Intensivstation aber nicht. So waren auch die Beatmungsgeräte auf der Station kurz ausgefallen. In der Zeit war laut Staatsanwaltschaft ein Arzt bei dem Patienten gewesen und habe andere Beatmungstechniken angewandt. Das habe den Mann jedoch nicht retten können.

In der Klinik wird derzeit untersucht, ob die Notstromaggregate korrekt funktionierten und was den Stromausfall ausgelöst hat. Auf der Intensivstation waren zu dem Zeitpunkt mehrere Patienten an Beatmungsgeräte angeschlossen. Kein anderer Patient habe bei dem Vorfall gesundheitliche Schäden erlitten.