Landrat wehrt sich gegen Fake-Schreiben:

Pegida-Fälschung sorgt für Aufregung

"Lügenpresse" brüllen Tausende, wenn Pegida in Dresden und anderswo auf die Straße geht. Mit der Wahrheit nehmen es die Islamkritiker aber offenbar selbst nicht so genau. Ein Beispiel aus dem Nordosten.

Das gefälschte Landrats-Schreiben, das die Mvgida-Anhänger verbreiteten.
Screenshot NK Das gefälschte Landrats-Schreiben, das die Mvgida-Anhänger verbreiteten.

Mit einem offensichtlich gefälschten Schreiben haben Anhänger der islamkritischen Pegida-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern für einen Eklat gesorgt. So war bereits am Dienstagnachmittag auf der Facebook-Seite von "Mvgida" ein Schreiben aufgetaucht, das angeblich vom Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher (CDU), formuliert worden war. Darin rief der angeblich "im Auftrag" schreibende Autor die Mitarbeiter des kreiseigenen Jobcenters dazu auf, sich nicht an den Veranstaltungen von Pegida-Ablegern zu beteiligen. Auch die Familien und Freunde der Angestellten sollten davon absehen, an der Seite von Pegida auf die Straßen zu gehen.

Kritische Kommentare einfach gelöscht

Während zahlreiche Anhänger von Mvgida die Veröffentlichung des vermeintlichen Drescher-Schreibens als Beleg für die "Fremdsteuerung" des politischen Systems und der Bürger werteten, wurden kritische Kommentare einfach gelöscht. So hatte bereits am Dienstagabend eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Schreiben offenbar um eine Fälschung handele. Ihr Kommentar wurde genauso gelöscht wie der von Olaf Manzke. Am frühen  Mittwochnachmittag nannte der Sprecher des Kreises Vorpommern-Rügen auf Facebook eine "plumpe Fälschung".

Rechtliche Schritte werden geprüft

Landrat Ralf Drescher erklärte dazu: "Es handelt sich bei dem Schreiben ganz eindeutig um eine Fälschung. Wie dumm müsste ein Landrat sein, politischen Einfluss auf seine Mitarbeiter zu nehmen?", fragte Drescher. Aktuell prüfe der Landkreis rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen von Mvgida. Aus Dreschers Sicht ist der Straftatbestand der Urkundenfälschung gegeben.

Nachdem der Beitrag auf Facebook über 100 mal geteilt wurde, bekamen offenbar auch die Verantwortlichen von Mvgida kalte Füße. Gegen 14.30 Uhr am Mittwochnachmittag war der Beitrag und das angebliche Schreiben des Landrats spurlos von der Seite verschwunden. Ein Kommentar oder gar eine Erklärung dazu? Fehlanzeige!

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Kommentare (5)

Wer will hier wem schaden ? Das der Nordkurier hier daraus so eine Schlagzeile macht,kann daran liegen,dass in seinem Einzugsbereich keine Großlagen zu berichten sind. Wer hier wem Schaden wollte,konnte ich hier aus diesem Bericht nicht erkennen. Das die Bewegung Pegida, zu Recht vor teilen des Islam warnt ist doch heute durch das Attentat in Paris bewiesen worden. Nach dieser fürchterlichen Tat,hatte ich gehofft,dass sich die Muslime in Europa von dieser Tat,distanzieren . Bislang konnte ich in den übergeordneten Medien davon keine Kenntnis nehmen. Wann wachen unsere Politiker endlich auf ?. Oder muss es in Deutschland auch erst einen Anschlag durch fanatische Islamisten geben ?

Lieber Herr Schubert, hätten die Urheber des gefälschten Schreibens dieses nicht kommentarlos gelöscht, dann hätten Sie und alle anderen interessierten Leser den dadurch entstandenen Schaden begutachten können. Der besteht in einer weiteren Erosion des Vertrauens der Bürger in staatliche Organe und deren Vertreter. Genau die wurde durch die lancierte Fälschung erreicht, das konnte man wunderbar in den Kommentaren dazu nachlesen. Zu Ihrem zweiten Punkt: Den Zusammenhang zwischen einem gefälschten Schreiben in Mecklenburg-Vorpommern und dem unmenschlichen Anschlag von Paris müssen Sie mir mal in Ruhe erklären. Zu Ihrer Beruhigung sei aber bemerkt: Der Nordkurier wird in seiner morgigen Printausgabe über beide Geschehnisse ausführlich berichten. Ausgewogen, unparteiisch und wie immer unabhängig. Viele Grüße, Robert Kiesel

Vielleicht sollten Sie den entsprechenden Artikel im Nordkurier einmal lesen statt gleich die Propagandakeule auszupacken. Da steht nämlich "Der Rat der Muslime in Frankreich nannte den Terroranschlag «barbarisch» und einen «Angriff auf die Demokratie und die Pressefreiheit»."

Hätten Sie meinen Beitrag richtig gelesen,wäre Ihnen nicht entgangen,dass ich von zögerlicher Stellungnahme geschrieben habe. Bei einem Anschlag pp auf eine Moschee,wären Stunden später bereits tausende Muslime auf die Straße gegangen. Diesen Aufschrei,vermisse ich hier bei diesem Anschlag.

habe im zweiten Teil meiner Einlassung,die Niederungen der Provinzpolitik verlassen um nochmals aus meiner Sicht meinen Unmut über die Politiker zu äußern ,die alle Teilnehmer der Pegida verdammen und dazu aufrufen sich nicht der Bewegung anzuschließen. Viele dieser Politiker,haben sich mit dem Positionspapier überhaupt nicht auseinander gesetzt. Zu was radikale Islamisten fähig sind,haben sie ja anschaulich bewiesen. Leider kommen die Stellungnahmen der europäischen Muslime sehr zögerlich. Die innere Einstellung der Muslime,zu diesem Anschlag,wird uns für immer im Verborgenen bleiben. M.f.G p.Schubert