Nach den Anschlägen in Paris:

Polizei in der Region rüstet gegen Terroristen auf

Schwer bewaffnete Beamte in aller Öffentlichkeit waren bislang in Deutschland die Ausnahme. Das könnte nun auch hierzulande ändern. Und es werden Verbindungen der Attentäter in die hiesige Islamisten-Szene geprüft.

Sichtbare Aufrüstung gegen den Terror: Polizisten werden sich künftig öfter mit Maschinenpistolen zeigen. Foto: Patrick Seeger
Julian Stratenschulte Sichtbare Aufrüstung gegen den Terror: Polizisten werden sich künftig öfter mit Maschinenpistolen zeigen. Foto: Patrick Seeger

Nach den Terroranschlägen in Paris tragen Bundespolizisten im Nordosten und in Berlin ab sofort bei größeren Einsätzen Maschinenpistolen. Außerdem werde man mehr Präsenz an öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen zeigen, sagte ein Sprecher der Direktion Bad Bramstedt, die auch für MV zuständig ist. Am Berliner Hauptbahnhof und an den beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld seien schon Beamte mit Maschinenpistolen im Einsatz, so die Bundespolizeidirektion Berlin. Auch bei Einsätzen entlang der deutsch-polnischen Grenze und bei größeren Kontrollstellen sollen die Waffen getragen werden.

Das Potsdamer Innenministerium prüft unterdessen mögliche Verbindungen der Tatverdächtigen von Paris zu Islamisten in Brandenburg. „Bislang haben wir aber nichts feststellen können“, sagte ein Sprecher. Auch schärfere Schutzmaßnahmen unter anderem für jüdische und französische Einrichtungen im Land seien im Gespräch. Zu den Details wolle man sich aber nicht äußern. Die Brandenburger Polizei könne ihren Dienst weiter in voller Stärke versehen – von anderen Bundesländern sei keine Unterstützung angefordert worden.

Auch die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern muss vorerst nicht auf Beamte verzichten, weil sie anderswo gebraucht werden. Dem Ministerium in Schwerin liegt ebenfalls keine Anforderung vor. Schärfere Sicherheitsvorkehrungen im Land seien nicht geplant, sagte ein Sprecher. Man sei aber sehr wachsam: „Der Anschlag unmittelbar vor unserer Haustür zeigt einmal mehr, dass es auch in Deutschland nach wie vor eine abstrakte Gefahr gibt. Insgesamt muss weiterhin von einer intensivieren Gefährdung durch den internationalen islamistischen Terrorismus in Deutschland ausgegangen werden“, so die Einschätzung. Jederzeit seien Anschläge möglich. Die Polizisten selbst trügen als einzige in ganz Deutschland Schutzwesten der höchsten Qualitätsstufe, informierte der Sprecher noch. Polizeigewerkschaften hatten zuvor kritisiert, dass ihre Beamten unzureichend ausgerüstet seien.

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