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Polizei sprengt Drogenring: 60 Verdächtige im Visier

Die Ermittlungsarbeit hat sich gelohnt: Über mehrere Monate haben Polizeibeamte im Nordosten ein Netzwerk von Drogendealern beobachtet. Jetzt klicken die Handschellen.

Mit Marihuana, Kokain und Pilzen handelte der Drogenring in der Mecklenburgischen Seenplatte. Gegen 60 Personen wird nun ermittelt.             
Bodo Marks Mit Marihuana, Kokain und Pilzen handelte der Drogenring in der Mecklenburgischen Seenplatte. Gegen 60 Personen wird nun ermittelt.  

Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben einen aus rund 60 Personen bestehenden Drogenhändlerring ausgehoben. Die Dealer sollen schwerpunktmäßig im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, vor allem in Neubrandenburg, Neustrelitz, Stavenhagen und Röbel aktiv gewesen sein. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mit Marihuana, Kokain, Amphetaminen sowie psychotropen Pilzen gehandelt zu haben.

Seit einem Jahr ermittelt Sondergruppe

Wie Polizeisprecher Andreas Scholz dem Nordkurier sagte, hatten sich die Ermittlungen gegen die Verdächtigen über mehrere Monate hingezogen. „Wir haben schon Anfang des Jahres eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet, die sich nur damit beschäftigt hat“, erklärte Scholz. Die ersten Erfolge hätten sich relativ schnell eingestellt.

„Die Beamten wollten aber tiefer rein in die Strukturen“, so Scholz weiter. Das wahre Ausmaß sei vorher nicht absehbar gewesen. Unterstützt wurden die Neubrandenburger Polizeikräfte von Beamten der Landeskriminalämter Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Drogenhändler stammen aus der Region

Bereits während der Ermittlungen zeichnete sich eine Hierarchie der Gruppe ab. Ein 49 Jahre alter Hauptverdächtiger war dafür zuständig, die Drogen aus Berlin in den Nordosten zu liefern. Sein Komplize, ein 27-jähriger Neubrandenburger, regelte die Verteilung vor Ort. Beide wurden bereits im Oktober getrennt voneinander festgenommen und hatten jeweils Drogen sowie mehrere Tausend Euro Bargeld bei sich.

Fünf weitere Hauptverdächtige sorgten für die Verbreitung der Drogen im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie sind zwischen 23 und 28 Jahre alt und stammen aus Neubrandenburg, Stavenhagen und dem Bereich Röbel. Sechs der sieben Hauptverdächtigen sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Androhung: Ein Jahr Knast

Derzeit bereitet die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg die Anklage gegen die Verdächtigen vor. Gerd Zeisler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nannte die polizeiliche Arbeit „sehr gut“. Den Beschuldigten drohen im Fall einer Verurteilung Haftstrafen von mindestens einem Jahr, die aber auch zur Bewährung ausgesprochen werden können.