Fall Diana Ferch:

Polizei verfolgt neue Spur

Drei Wochen nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy – ungelöst“ gibt es neue Hinweise auf die seit drei Jahren vermisste Diana Ferch aus Stralsund. Ein Ehepaar will interessante Beobachtungen gemacht haben und sogar mit der Vermissten gesprochen haben.

Seit fast drei Jahren wird Diana Ferch vermisst.
Archiv Seit fast drei Jahren wird Diana Ferch vermisst.

Bei der Polizei habe sich ein Ehepaar gemeldet, das sich an eine Begegnung im Januar vergangenen Jahres erinnert habe, sagte Polizeisprecher Andreas Scholz dem Nordkurier. Den Angaben zufolge soll das Paar die damals 27-Jährige bei Niebüll in Schleswig-Holstein angetroffen haben. In einer Vernehmung durch das Anklamer Ermittlerteam hätten die Zeugen nicht nur glaubhaft angegeben, dass die Frau in Aussehen, Alter und Körpergröße der Beschreibung der Gesuchten entsprochen habe, sagte Scholz.

Die Mutter bezweifelt, dass es Diana Ferch war

„Wir nehmen die Angaben vor allem deshalb sehr ernst, weil die Zeugen auch ausgesagt hatten, mit der Frau ins Gespräch gekommen zu sein. Demnach soll
sie angegeben haben, aus Mecklenburg-Vorpommern zu stammen, wo auch ihr kürzlich eingeschulter Sohn lebe“, sagte Polizeisprecher Scholz. Die Person habe darüber gesprochen, dass sie sich ursprünglich nach einer Wanderung an einem Zeltplatz in Mirow mit Freunden treffen wollte.

Weitere Angaben zur Zeugenaussage machte die Polizei unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Dianas Mutter, Regina Ferch, sagte, sie könne inzwischen nicht mehr richtig glauben, dass ihre Tochter so lange Zeit unterwegs gewesen sei, ohne sich zu melden. „So hoffnungsvoll die Vorstellung auch sein mag, dass Diana noch lebt“, sagte Ferch. „Aber ein solches Verhalten passt einfach nicht zu ihr.“ Angeblich habe die junge Frau angegeben, nach Sylt zu wollen. Sollte dies der Fall gewesen sein, dann habe sie womöglich gar nicht mehr gewollt, von uns gefunden zu werden, vermutet die engagierte Mutter.

Detektiv konzentriert sich weiter auf Güstrow

Auch der von der Familie beauftragte Privatdetektiv Rainer Elsner bezweifelt, dass es sich bei der Begegnung tatsächlich um Diana Ferch gehandelt hatte.
Es stelle sich die Frage, wo sich die junge Frau seit ihrem Verschwinden im Juni 2011 und dem angeblichen Treffen im Januar 2013 aufgehalten hatte, sagte er.

Offen ist auch, was sie nach Schleswig-Holstein geführt habe und welche weiteren Pläne sie hatte. Im Unterschied zu den polizeilichen Ermittlern geht Elsner davon aus, dass die Spur zu Diana über Güstrow führt, wo sie zuletzt am 27. Juni 2011 zweifelsfrei gesehen worden war. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf das Umfeld am Güstrower Bahnhof“, sagte Elsner.

Unterdessen hat die Polizei auch die Fundstücke aus einer Schuppenbaracke an einem Bahndamm in Güstrow ausgewertet. In den abgedunkelten Räumen waren vor vier Wochen Hunderte Zettel mit perversen Sprüchen, Damen- und Kinderwäsche sowie ein Rucksack entdeckt worden. Die DNA-Analyse habe keinen Zusammenhang mit Diana Ferch ergeben, sagte Polizeisprecher Scholz. „Diese Spur ist kalt.“

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