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Polizei warnt vor "wahnwitzigen" Drogen-Gewächshäusern

Die Polizei zählt nicht nur immer mehr Drogen-Plantagen im Nordosten. Sie warnt auch vor den teils abenteuerlichen Methoden der Anbauer.

Diese Hanfplantage hatte die Polizei im Februar in einer Lagerhalle in Dettmannsdorf entdeckt.
Diese Hanfplantage hatte die Polizei im Februar in einer Lagerhalle in Dettmannsdorf entdeckt.

In Mecklenburg-Vorpommern wächst der Anbau von Rauschgift-Pflanzen. 2013 wurden 21 Cannabis-Plantagen entdeckt, im Vorjahr nur 16. Nun warnt die Polizei vor Gefahren, die von den Drogen-Gewächshäusern ausgehen.

Teils werden "wahnwitzige Verkabelungen", illegales Abzweigen von Energie sowie gewaltige Stromaggregate zur Versorgung des energieintensiven Drogenanbaus genutzt, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Die Brand- und Explosionsgefahr steige bei solchen Objekten. Extrem hoch sei auch der Einsatz von Wasser, chemischem Dünger und Gasen als Wachstumsbeschleuniger, was zu Umweltverschmutzung, Infektions- und Vergiftungsgefahren führen könne.

   Insgesamt ist die Rauschgiftkriminalität auf dem Vormarsch, obwohl die Zahl der Drogendelikte nicht einmal fünf Prozent aller Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern ausmacht. 2012 stieg die Zahl der Verstöße um gut 23 Prozent auf 4430 Fälle an. 2011 waren es knapp 3600 Straftaten, der Durchschnittswert in den vergangenen zehn Jahren lag bei fast 4000 Fällen pro Jahr. Das Gros betraf Herstellung, Handel oder Konsum von Cannabisprodukten. Für das Jahr 2013 ist laut LKA jedoch kein vergleichbarer Anstieg zu erwarten. Die Zahl der Drogentoten ist seit Jahren einstellig im Nordosten.

   Seit 20 Jahren arbeiten im LKA Mecklenburg-Vorpommern Ermittler von Polizei und Zoll in einer "Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER M-V)" gegen Drogendealer und -schmuggler zusammen. Ursprung der GER war die Soko «Banane», die Anfang der 90er Jahre den Kokain-Schmuggel mit kolumbianischen Bananenfrachtern über den Seehafen Rostock nach Europa aufdeckte. Zur GER gehören 16 Beamte.