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Polizeischuss auf Autofahrer hat parlamentarisches Nachspiel

Der missglückte MEK-Einsatz in Lutheran erschüttert weiterhin das Land. Nun hat sich auch die Politik eingeschaltet.

Bei dem MEK-Einsatz wurde ein Mann lebensgefährlich am Kopf von einem Schuss verletzt.
Michael-Günther Bölsche Bei dem MEK-Einsatz wurde ein Mann lebensgefährlich am Kopf von einem Schuss verletzt.

Der Polizeieinsatz mit einem Schwerverletzten am Freitag in Lutheran bei Parchim hat ein parlamentarisches Nachspiel. Die Linke fordert von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Aufklärung über den Einsatz eines Hamburger Mobilen Einsatzkommandos in der mecklenburgischen Ortschaft. Es gebe viele Ungereimtheiten, sagte der innenpolitische Sprecher der größten Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter, am Dienstag.

„Wir erwarten etwa Aufklärung darüber, womit dieser Einsatz begründet war“, sagte Ritter. „Herrschte Gefahr im Verzug? Welche Ermittlungen gingen dem Einsatz voraus?“ Auch die Frage, in welchem Zusammenhang ein Einsatz der heimischen Polizei in Plau am See zwei Tage zuvor mit dem Fall Lutheran stehe, sei zu stellen. Das Thema steht Ritter zufolge auf der Tagesordnung der nächsten Innenausschuss-Sitzung in der nächsten Woche.

Die Hamburger Polizisten wollten in Lutheran einen verurteilten Gewalttäter aus der Hamburger Rotlichtszene festnehmen, der eine Haftstrafe wegen Körperverletzung nicht angetreten hatte. Sie vermuteten ihn in einem Auto, in dem jedoch zwei andere Männer saßen. Der Fahrer wurde von einem Polizisten am Kopf angeschossen. Zwei Tage zuvor hatten Spezialeinsatzkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern drei Bauleute in Plau am See überwältigt, weil das Auto des Gesuchten in der Nähe stand und sie ihn in der Gruppe vermuteten.

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