Ehemann bekommt Recht:

Prostituierte muss Haus zurückgeben

Ein Mann verschenkt sein Haus, seine Frau geht auf dem Strich. Darf sie das Haus behalten?

Das Oberlandesgericht in Rostock hat dem Maler Recht gegeben.
Bernd Wüstneck Das Oberlandesgericht in Rostock hat dem Maler Recht gegeben.

Ein Malermeister aus Mecklenburg-Vorpommern, der sein Haus einer Prosituierten und späteren Ehefrau geschenkt hat, bekommt sein Eigenheim nach einem langen Rechtsstreit zurück. Das Oberlandesgericht Rostock (OLG) folgte damit am Mittwoch der im Dezember 2012 vertretenen Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH). Der Mann hatte sein Haus der Prostituierten, mit der er zusammenlebte, im Jahr 2000 notariell überschrieben.

Das Paar heiratete 2005 und ließ sich drei Jahre später scheiden. Bereits 2007 hatte der Mann versucht, die Schenkung zu widerrufen, als er erfahren hatte, dass seine Partnerin heimlich wieder anschaffen ging. Auch das OLG sah am Mittwoch darin eine schwere Verfehlung der Klägerin, sie könne deshalb nicht die Herausgabe des Hauses verlangen. Die Frau hatte ihrerseits zuvor auf die Herausgabe des Hauses geklagt und sich damit vor dem Landgericht Schwerin und dem Oberlandesgericht Rostock durchgesetzt. Die Richter urteilten damals nach dem Motto „Geschenkt ist geschenkt“. Der Malermeister habe vom Vorleben seiner Frau gewusst und selbst im Rotlicht-Milieu verkehrt. Dieser Auffassung hatte der BGH aber widersprochen.

Das OLG ging nun davon aus, dass beide zur Zeit ihres Zusammenziehens von 2000 an darin übereinstimmten, sich eine bürgerliche Existenz aufzubauen und ein normales Familienleben mit Kindern zu führen. Mit ihrer Tätigkeit als Prostituierte habe die Frau die Dankbarkeit vermissen lassen, die ihr Ex-Mann nach der Überlassung des Wohnrechts hätte erwarten dürfen. Eine Revision ließ das OLG nicht zu, die Frau könne sich aber beim BGH gegen diese Nichtzulassung beschweren.

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