Vierter Anlauf:

Prozess gegen Ex-SS-Sanitäter beginnt

Am Montag soll ein 95-Jähriger in Neubrandenburg vor Gericht kommen. Der Vorwurf: Beihilfe zum Mord in mehr als 3600 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz.

Leer blieb der Platz des Angeklagten im März im Landgericht Neubrandenburg.
Bernd Wüstneck Leer blieb der Platz des Angeklagten im März im Landgericht Neubrandenburg.

Am Landgericht Neubrandenburg hat am Montag der Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter aus dem Konzentrationslager Auschwitz beginnen. Der 95 Jahre alte Beschuldigte erschien im Rollstuhl vor Gericht. Ihm wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Es ist bereits der vierte Anlauf und ob der Prozess wirklich stattfindet, hing von der Gesundheit des ehemaligen Landarbeiters aus einem Dorf bei Neubrandenburg ab. Dazu wurde der 95-Jährige kurz vor Beginn der Verhandlung noch einmal amtsärztlich untersucht.

Der Beschuldigte war 1944 einen Monat im KZ Auschwitz-Birkenau stationiert. In der Zeit kamen dort 14 Deportationszüge an, aus denen mindestens 3681 Menschen in Gaskammern getötet wurden.

Prozess zweimal ausgesetzt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben damit befördert zu haben. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten.

Der Prozess war im März vom Landgericht ausgesetzt worden, weil der Beschuldigte zweimal aus gesundheitlichen Gründen nicht erschienen war. Inzwischen soll es ein neues medizinisches Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit des früheren SS-Mannes geben, über das am Montag auch beraten werden soll.

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