Wegen Befangenheitsantrags:

Prozess gegen Ex-SS-Sanitäter geht am 10. Oktober weiter

Hubert Z. muss sich vor dem Landgericht Neubrandenburg wegen Beihilfe zum Mordes in 3681 Menschen verantworten. Zunächst muss die Justiz aber noch klären, ob Richter Klaus Kabisch die Verhandlungen führen soll.

Der Angeklagte Hubert Z. mit seinem Verteidiger Peter-Michael Diestel
Stefan Sauer Der Angeklagte Hubert Z. mit seinem Verteidiger Peter-Michael Diestel

Das Landgericht Neubrandenburg will den Prozess gegen den früheren SS-Sanitäter Hubert Z. aus dem Konzentrationslager Auschwitz am 10. Oktober fortsetzen. Bis dahin soll auch über die Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Klaus Kabisch entschieden sein, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Die Abstimmung mit Prozessbeteiligten laufe aber noch. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger werfen Kabisch vor, "nicht neutral und unparteiisch zu agieren". Der 10. Oktober ist wegen der Strafprozessordnung der letztmögliche Fortsetzungstermin. Danach müsste die Verhandlung neu starten.

Anklage verlesen und Gutachten erörtert

Der Prozess gegen den 96 Jahre alten Mann hatte nach langem Streit um dessen Gesundheit am 12. September begonnen. Bisher wurde die Anklage verlesen und ein Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten kurz erörtert. Dann kamen mehrere Befangenheitsanträge gegen Kabisch.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 96-Jährigen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor. Er habe im Spätsommer 1944 einen Monat als SS-Sanitäter im KZ Auschwitz-Birkenau gearbeitet. In der Zeit kamen 14 Deportationszüge dort an, mindestens 3681 Menschen aus den Zügen wurden in Gaskammern getötet. Der Angeklagte habe sich damals in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben so befördert. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten.

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