Versuchter Totschlag:

Prozess gegen Hansa-Fan startet gleich mit einer Panne

Der Prozess gegen einen Rostocker Fußballfan wegen versuchten Totschlags musste wieder abgesagt werden.

Am Rande des Drittligaspiels zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden soll dieser Hansa-Fan einen 2,1 Kilo schweren Pflasterstein auf einen Polizisten geworfen haben.
Bernd Wüstneck Am Rande des Drittligaspiels zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden soll dieser Hansa-Fan einen 2,1 Kilo schweren Pflasterstein auf einen Polizisten geworfen haben.

Unmittelbar nach Eröffnung ist der Prozess gegen einen Rostocker Fußballfan unter anderem wegen versuchten Totschlags wieder abgebrochen worden. Das Landgericht reagierte am Donnerstag darauf, dass einem der Verteidiger die Ladung zu spät zugestellt wurde. Der Prozess muss nun am 18. Juni neu eröffnet werden. Der Angeklagte, ein 32-jähriger Schiffsoffizier, soll im November 2014 am Rande des Drittligaspiels zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus einer Entfernung von etwa acht Metern einen 2,1 Kilo schweren Pflasterstein auf einen Polizisten geworfen haben. Der Polizist sei dabei schwer verletzt worden. Der 32-Jährige habe den Tod des Polizisten billigend in Kauf genommen, lautete der Vorwurf. Der Angeklagte hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die Anklage erweitert wurde. Danach soll der 32-Jährige auch beim Heimspiel gegen RB Leipzig im April letzten Jahres Steine geworfen haben. Hier laute der Vorwurf auf gefährliche Körperverletzung.

Verteidiger kritisierte Untersuchungshaft

Die Verteidigung kritisierte am Rande des Prozesses den ihrer Ansicht nach überzogenen Vorwurf des versuchten Totschlags. Der Polizist sei nicht schwer verletzt. „Man sieht auf den Fotos eine Rötung im Rippenbereich. Das ist eine sehr leichte Verletzung.“ Der Angeklagte sei zudem nicht einschlägig vorbestraft, wie das die Staatsanwaltschaft meine. Er sei wegen der Beschädigung eines Polizeiautos verurteilt. „Das ist selbstverständlich nicht einschlägig.“

Auch das Landgericht hatte bei einem Haftprüfungstermin erklärt, dass die Steinwürfe nur als gefährliche Körperverletzung zu werten seien. Grund dafür sei, dass die Polizisten eine aufwendige, den Körper und den Kopf gegen Gewalteinwirkung schützende Ausrüstung tragen. Darauf hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit Kritik reagiert.

Ein zweiter Verteidiger kritisierte die Untersuchungshaft. Es sei angesichts der Lebensumstände des Angeklagten unrealistisch, dass dieser wegläuft. „Es hat den Anschein, dass man hier einmal ein deutliches Zeichen setzen wollte.“ Es sei auch nicht hinzunehmen, dass der Verteidigung bislang keine Möglichkeit gegeben wurde, das belastende Videomaterial einzusehen. Zudem sei Post des Angeklagten, darunter auch Anwaltspost, auf Anordnung des Gerichts geöffnet worden. Deshalb sei schon vor diesem Donnerstag ein Befangenheitsantrag gestellt worden.

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Kommentare (1)

Ich denke, es ist schon richtig, diesen Strolch mal richtig durch die Mangel der Justiz zu treten. Und diese meine Meinung ist keine "Vorverurteilung" - der Typ ist ein bekannter Krimineller.