Fall Hubert Z.:

Prozessbeginn gegen Auschwitz-Sanitäter steht erneut auf der Kippe

Zum Prozessbeginn am vergangenen Montag meldet sich der Angeklagte krank. Nun ist das Ergebnis der Untersuchung da. Es stellt den bereits verschobenen Prozessauftakt in Frage.

Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg wurde auf den 14. März verschoben.
Bernd Wüstneck Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg wurde auf den 14. März verschoben.

Der 95-jährige ehemalige SS-Sanitäter, der am Montag nicht zu seinem Prozessauftakt vor dem Landgericht Neubrandenburg erschienen war, war nach Ansicht eines Amtsarztes tatsächlich nicht verhandlungsfähig. Das habe die gerichtlich angeordnete Untersuchung durch den Mediziner ergeben, sagte ein Sprecher des Landgerichtes am Freitag.

Hubert Z. hatte sich wenige Tage vor Prozessbeginn den Arm gebrochen. Seine Kinder riefen am vergangenen Wochenende wegen akuter Probleme des Mannes eine Bereitschaftsärztin. Diese stellte einen Blutdruck von etwa 180 zu 100, Selbstmordgefahr und akute Kreislaufprobleme fest. Das Gericht hatte dann eine erneute Untersuchung durch den Amtsarzt angeordnet.

Neues Gutachten notwendig

Ob der Prozess nun am 14. März beginnen kann, sei derzeit nicht sicher, sagte der Gerichtssprecher. Mit Staatsanwaltschaft und Nebenklägern war vereinbart worden, dass der Rentner aus einem Dorf bei Neubrandenburg am 13. März erneut von einem Arzt und einem psychiatrischen Gutachter untersucht wird. Das Ergebnis der Untersuchungen werde erst am 14. März vorliegen, hieß es.

Dem früheren SS-Mann wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Er soll von Mitte August 1944 an einen Monat im KZ Auschwitz-Birkenau stationiert gewesen sein. In der Zeit kamen dort 14 Deportationszüge an, mindestens 3681 Menschen wurden in Gaskammern umgebracht.

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