Anklage wegen versuchten Totschlags:

Radler brutal gerammt - Prozess gegen Frührentner

Der Mann hatte sein Auto an der Seenplatte wie eine Waffe benutzt. Wie in einem Action-Film fuhr er die Radler aus Niedersachsen um. Sie überlebten knapp. Der Autofahrer muss sich nun vor Gericht verantworten.

Susan Ebel Hier hatte der Frührentner, der sich nun vor Gericht verantworten muss, die Radfahrer brutal angefahren.

Am Landgericht Neubrandenburg wird am Mittwoch  der Prozess um eine brutale Auto-Attacke auf zwei Radfahrer aus Niedersachsen fortgesetzt. Am zweiten Verhandlungstag sollen zwei Gutachter gehört werden, darunter eine Psychiaterin. Ob am Nachmittag noch die Plädoyers gehalten und das Urteil verkündet wird, war zuletzt noch nicht klar.

Dem 42 Jahre alten Angeklagten wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Er hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 7. Juni nach einem Streit in einem  Lokal in Altenhof (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) die Radfahrer vorsätzlich mit seinem Auto gerammt und war dann geflüchtet.

Die Radfahrer aus dem Kreis Friesland erlitten schwerste Verletzungen, überlebten aber. Einer der Beiden - ein 55-Jähriger - ist noch immer krank und leidet an Folgeschäden. Beide gaben an, zum Abschluss ihrer Tagesradtour in dem Lokal in Altenhof gewesen zu sein. "Die Stimmung war gut, aber als der Mann sich zu uns setzte, kippte die Atmosphäre plötzlich", schilderte der 55 Jahre alte Mann. Es sei zu kurz zum Streit gekommen. Später sei ihnen in einer Kurve ein Auto auf der falschen Fahrbahnseite entgegengekommen. Der 60-Jährige wurde seitlich und der 55-Jährigen frontal gerammt.

Ein anderer Autofahrer alarmierte die Retter. Nach der Flucht fiel der 42-Jährige Anwohnern in Altenhof durch Raserei auf und wurde wenig später festgenommen. Anm seinem Wagen wurden auch Spuren gefunden. Der Angeklagte hatte sich zu Prozessbeginn bei den Opfern entschuldigt.

Der Frührentner erklärte, dass er sich wegen seiner Medikamente an nichts mehr erinnern könne. Er stehe nach einem Unfall beim Militär ständig unter Medikamenten, habe an dem Tag verschiedene Schmerztabletten genommen und auch zwei Schnäpse getrunken. Er sei erst am nächsten Morgen bei der Polizei wieder zu sich gekommen. Der Mann wird im Prozess psychiatrisch begutachtet.

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