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Rechtsextreme hinterlassen Propaganda und Schmierereien

Vor 30 Jahren tötete Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß sich selbst, bis heute gilt er Nazis als Ikone. Daran wollten einige von ihnen nun offenbar erinnern.

An mehreren Orten tauchten verfassungswidrige Symbole auf.
Nordkurier An mehreren Orten tauchten verfassungswidrige Symbole auf.

In vier Städten im Nordosten ist rechtsextreme Propaganda aufgetaucht. In Neubrandenburg wurden am Freitagmorgen sechs Plakate entdeckt, alle zeigten den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Die etwa 40 mal 30 Zentimeter großen Plakate klebten an Müll- und Papiercontainern und seien entfernt worden, teilte die Polizei mit. Rudolf Heß starb vor 30 Jahren, am 17. August 1987, im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau im Alter von 93 Jahren durch Suizid.

Den Todestag nahmen offenbar auch Rechtsextreme in Gnoien zum Anlass und errichteten Holzkreuze zum Gedenken an Heß. Die Kreuze standen am Freitagmorgen neben den Ortseingangsschildern an der B 110. Dort wurden auch zwei Strohpuppen entdeckt, sie trugen die Aufschrift „Gebt die Akten frei” und "46 Jahre unschuldig in Haft”. Die Polizei stellte Kreuze und Puppen sicher. Um Heß' Tod ranken sich bis heute Verschwörungstheorien, er gilt bei Neonazis als Vorbild und Symbolfigur.

Polizei sucht Zeugen

Im Malchiner Ortsteil Remplin und in Neustrelitz tauchten rechtsextreme Schmierereien auf. In Remplin wurden an mehreren Stellen rechte Parolen aufgesprüht, unter anderem an zwei Verteilerkästen und an der Bahnüberführung in Richtung Retzow.

In Neustrelitz hinterließen unbekannte Täter mehrere verfasssungswidrige Schmierereien am Bolzplatz hinter der Tiergartenstraße. Zwei Hakenkreuze, SS-Runen und ausländerfeindliche Parolen waren an der Aluminium-Barriere des Platzes zu sehen, in schwarzer, weißer und roter Farbe. Die Entfernung sei sofort veranlasst worden, so die Polizei. Der Schaden belaufe sich auf etwa 500 Euro. Den Beamten zufolge ereignete sich die Tat zwischen dem 14. und 17. August.

In den Neustrelitzer und Neubrandenburger Fällen ermittelt der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg. Zeugen mögen sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg wenden, Telefonnummer: 0395 55822224. Auch jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache unter www.polizei.mv.net nimmt Hinweise entgegen.