Lokführer-Streik:

Reisende im Nordosten mussten sich gedulden

Der Arbeitskampf der Lokführer Gewerkschaft GDL sollte nur bis 6 Uhr früh dauern. Doch die Probleme der Reisenden dauerten bis in den frühen Nachmittag. Nicht alle Pendler zeigten Verständnis für die Streikenden. .

Selbst Stunden nach Streikende sind die Züge verspätet wie hier von Neubrandenburg nach Stettin.
Oliver Wunder Selbst Stunden nach Streikende sind die Züge verspätet wie hier von Neubrandenburg nach Stettin.

Der Streik der Lokführer ist am Mittwochmorgen auch in Mecklenburg-Vorpommern zu Ende gegangen. Allerdings waren wie angekündigt noch starke Einschränkungen zu spüren. Davon sei vor allem der überregionale Verkehr betroffen, sagte ein Bahnmitarbeiter am Rostocker Hauptbahnhof. Auf der S-Bahn-Strecke zwischen Rostock und Warnemünde fuhren Bahnen. Vereinzelt fielen jedoch auch Züge aus, andere hätten Verspätungen. Von fünf bis 120 Minuten Verspätung war am Vormittag alles drin. Selbst Stunden nach Streik-Ende wirkt sich der Aufstand der Lokführer auf den Bahnverkehr im Nordosten aus. Viele Züge nach Berlin fielen sogar ganz aus. Nur langsam kam die Bahn wieder ins Rollen.

Erhebliche Beeinträchtigungen in MV

Aus Waren Richtung Berlin wurde laut Fahrplanauskunft www.bahn.de der Zug um 11.35 Uhr gestrichen. Die Verbindung eine Stunde früher schaffte es zwar bis nach Neustrelitz, dort ging es aber nicht weiter, weil der Anschlusszug ausfiel.

In Neubrandenburg kam es ebenfalls zu Beeinträchtigungen. Fast in alle Richtungen hatten die Züge große Verspätungen. Auch hier fiel der Zug um 10.30 Uhr Richtung Berlin aus. Die Berufspendler hatten sich darauf anscheinend eingestellt.

Gestrandet auf dem Neubrandenburger Bahnhof

Dennoch gab es betroffene Reisende wie Kristóf Petrétei und Zoltán Kellermayer. Die beiden Ungarn wollten eigentlich in Berlin einen Flieger erreichen. Doch wegen des Zugausfalls strandeten sie auf dem Neubrandenburger Bahnhof. "Wir waren hier im Urlaub und jetzt das", sagt Petrétei. Die meisten Kunden seien auf die Einschränkungen eingestellt, sagten Mitarbeiter der Bahn. Es gebe nur vereinzelte Beschwerden, meist zeigten die Kunden Verständnis. Nach Bahnangaben vom Dienstag werden die Auswirkungen des Streiks noch bis in die Mittagsstunden zu spüren sein.

Auch auf den Bahnhöfen in der Uckermark standen die Reisenden

In der Kreisstadt beispielsweise fuhr der Regionalexpress von Doberlug-Kirchhain nach Stralsund erst mit rund zwei Stunden Verspätung ein. Statt um 8.01 Uhr konnten Zugreisende erst gegen 10 Uhr weiterfahren. Die gleiche Verbindung, die um 10.01 Uhr aus Prenzlau abfahren sollte, hatte laut
der Internetseite der Deutschen Bahn gut 90 Minuten Verspätung. Der Intercity von Ostseebad Binz nach Frankfurt (Main) sollte demnach wieder planmäßig um 11.04 Uhr von Prenzlau aus abfahren.

Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn waren ab 10  Uhr in Brandenburg über 90 Prozent aller Züge wieder im Einsatz. In Templin hatten die Bahnreisenden mit Verspätungen übrigens keine Probleme. Laut Online-Fahrplan der Deutschen Bahn fuhren die Züge in der Kurstadt pünktlich.

Prenzlauer am Bahnhof hatten kein Verständnis

Sichtlich gestresst und stinksauer stand ein Mann in Prenzlau am Mittwochmorgen auf dem Bahnsteig. Er versuchte bereits zum dritten Mal an diesem Tag, mit dem Zug zur Arbeit zu kommen: „Ich wollte eigentlich um 6 Uhr losfahren. Über die App der Bahn habe ich dann erfahren, dass der Zug ausfällt. Dann bin ich für den Zug um 8 Uhr zum Bahnhof gegangen und habe hier auf der Anzeige gesehen, dass der 120 Minuten Verspätung haben soll. Jetzt muss ich länger auf Arbeit bleiben und die verlorene Zeit nachholen. Dabei hieß es doch, dass die Pendler nicht betroffen seien.“ Auch die Forderungen der Streikenden kann der Prenzlauer nicht nachvollziehen.

 

 

Wann Sie ihr Ticket zurückerstatten können:

Bahnreisende bekommen einen Teil ihres Ticketpreises zurück, wenn sich ihr Zug wegen des geplanten Streiks bei der Deutschen Bahn um mehr als 60 Minuten verspätet, erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent. Unter Umständen müssen Reisende auf ein Taxi umsteigen, wenn sie abends noch ihr Ziel erreichen wollen.

Die Kosten übernimmt die Bahn, wenn der Zielort wegen des Zugausfalls zwischen 0:00 und 5.00 Uhr oder erst mit mehr als 60 Minuten Verspätung erreicht werden kann. Das gilt auch, wenn es sich um den letzten Zug des Tages handelt und der Zielbahnhof ohne ein anderes Verkehrsmittel nicht mehr erreicht werden kann. Darauf weist die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) hin.

Die Bahn erstattet auch "angemessene" Kosten für eine Übernachtung, wenn die Fortsetzung der Reise am Abend nicht mehr möglich ist. Daneben gelten die Kulanzregelungen der Bahn: Kunden, die von streikbedingten Zugausfällen oder Verspätungen betroffen sind, können sich ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen. Das geht etwa in den DB-Reisezentren. Online-Tickets können über ein Formular im Internet erstattet werden. Außerdem dürfen Bahnreisende einen höherwertigen Zug nutzen, wenn der ursprünglich gebuchte Zug nicht fährt. Bei zuggebundenen Tickets werde die Zugbindung aufgehoben, erklärt die Bahn. Ausgenommen seien Länder-Tickets, manche regionale Angebote wie das Schönes-Wochenende- und das Quer-durchs-Land-Ticket sowie reservierungspflichtige Züge.
Bei Fragen steht Ihnen diese kostenlose Servicenummer zur Verfügung: 08000 996633. Aktuelle Informationen gibt es auch hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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