Anwältin zieht vor Bundesgerichtshof:

Revision gegen Urteil für Harpunenschützen eingelegt

Das Urteil gegen den Harpunenschützen von Stavenhagen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) wird noch einmal vom Bundesgerichtshof überprüft. Die Anwältin des Geschädigten hat als Nebenklägerin Rechtsmittel gegen den Urteilsspruch eingelegt, wie ein Sprecher des Landgerichtes Neubrandenburg sagte.

Winfried Wagner Das Opfer wurde mit der Harpune lebensgefährlich verletzt.

Der 18-jährige Schütze hatte vor Gericht gestanden, im April bei einer Auseinandersetzung um eine junge Frau mit der Harpune auf den Bruder eines Nebenbuhlers geschossen zu haben. Das 25-jährige Opfer wurde lebensgefährlich verletzt, überlebte aber. Das Landgericht hatte den Schützen zu einem Jahr und elf Monaten Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Die Strafe sollte zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt und 2000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer gezahlt werden. Nebenklägerin Frauke Nickelsen hatte aber die Verurteilung wegen versuchten Totschlags gefordert, bei der die Strafe höher hätte ausfallen können. Der Pfeiltreffer in den Hals sei purer Zufall gewesen. "Mein Mandant ist dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen", sagte Nickelsen.

Das Gericht hatte beim Geschädigten und dem Bruder eine Mitschuld gesehen. Der Schütze und die Brüder hatten sich nach Gewaltdrohungen im Internetchat verabredet, "um die Sache mit der Freundin zu klären". Dabei soll der 25-Jährige zuerst geschlagen haben, danach habe der Verurteilte die Harpune abgefeuert. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes sei frühestens in neun Monaten zu rechnen, erklärte der Sprecher. Der Haftbefehl bleibe aber aufgehoben.