Aus dem Gericht:

Rocker gesteht Kosmetik-Klau

Der Prozess gegen die Mitglieder des Rockerclubs MC Mongols zieht sich weiter in die Länge. Am Montag gab es vor Gericht wenigstens schon mal ein Geständnis.

Welche Strafe den Angeklagten erwartet, teilte das Gericht noch nicht mit. Der Prozess dauert noch an.
Peter Steffen Welche Strafe den Angeklagten erwartet, teilte das Gericht noch nicht mit. Der Prozess dauert noch an.

Verfahren eingestellt: Das wäre die Top-Nachricht aus dem Neubrandenburger Rockerprozess gewesen. Wenn es um Drogen gegangen wäre. Ging es aber nicht. Es ging um Treibstoff und Kosmetik. Das Landgericht nutze den Montag, um neben der Hauptverhandlung „drei Fakten zu klären“, wie es der Vorsitzende Richter Carl Christian Deutsch formulierte. Das waren ein Tankbetrug und zwei Diebstähle, die einem der angeklagten Mongols vorgeworfen wurden.

In einer Erklärung, die vom Verteidiger des Angeklagten verlesen wurde, gab der zu, im Mai des vergangenen Jahres zwei Mal versucht zu haben, hochwertige Kosmetik für seine Lebensgefährtin zu stehlen. Die hätte Geburtstag gehabt und er sei pleite gewesen. Zwar wurde er in beiden Fällen erwischt, in einem jedoch erst nach einer Verfolgungsjagd zu Fuß durch die Neubrandenburger Oststadt.

Eines der Verfahren wurde eingestellt

So schilderten zwei Zeugen unabhängig voneinander, wie sie einen jungen Mann haben weglaufen sehen. Beide Zeugen fassten sich sogleich ein Herz und nahmen die Verfolgung auf. Dabei wollen sie beobachtet haben, wie der Angeklagte das Diebesgut in ein Auto packen wollte, was ihm aber nicht gelang.

Bei der weiteren Flucht sei er dann an einen älteren Herren geraten, der ihn habe aufhalten wollen. Den habe der Angeklagte weggeschubst, um schließlich auf einer Grünfläche endgültig aufzugeben.
So fand den angeklagten Rocker auch die Polizei vor, die von den beiden Zeugen inzwischen alarmiert worden war. Er „hockte schnaufend“ auf dem Rasen, beschrieb eine Polizistin dem Gericht die Umstände.

Welche Strafe der Angeklagte wegen der Diebstähle zu erwarten hat, darüber wollte das Gericht am Montag noch nicht befinden. Das Verfahren wegen Tankbetrugs wurde eingestellt, da der geladene Zeuge nur das Nummernschild des flüchtenden Autos, nicht aber den Fahrer erkannt hatte.