In Gewaltkriminalität verwickelt:

Rockerclub "Schwarze Schar MC Wismar" verboten

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat am Mittwoch den Rockerverein "Schwarze Schar MC Wismar" und dessen Teilorganisation "Schwarze Jäger MC Wismar" aufgelöst.

Auf der Internetseite der Schwarzen Schar wird bereits seit Juli darauf hingewiesen, dass das Clubhaus geschlossen ist und die Veranstaltungen abgesagt sind. Innenminister Caffier hat jetzt den Rockerverein verboten..
Screenshot nk Auf der Internetseite der Schwarzen Schar wird bereits seit Juli darauf hingewiesen, dass das Clubhaus geschlossen ist und die Veranstaltungen abgesagt sind. Innenminister Caffier hat jetzt den Rockerverein verboten.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat am Mittwoch den Rockerverein "Schwarze Schar MC Wismar" und dessen Teilorganisation "Schwarze Jäger MC Wismar" verboten. Die Bescheide seien am Morgen den 25 Mitgliedern zugestellt worden, teilte das Ministerium in Schwerin mit. Das Vereinsheim "Zum Schwarzen Herzog" im Gewerbegebiet in Gägelow bei Wismar sei beschlagnahmt worden. Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin ist es das erste Verbot eines Rockerclubs in Mecklenburg-Vorpommern.

Die beiden Vereinigungen sollen in diverse Fälle von Gewaltkriminalität verwickelt sein. Seit Ende 2008 sei es immer wieder zu Angriffen auf Dritte gekommen, hieß es. Einer der schwersten Zwischenfälle ereignete sich demnach im Juni vergangenen Jahres beim Stadtfest in Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Ein 19-Jähriger war dort durch einen Faustschlag zu Boden geschlagen worden. Wenig später trafen die Begleiter des Opfers den mutmaßlichen Täter wieder. Der soll plötzlich ein Messer gezogen und um sich gestochen haben. Dabei verletzte er einen 19-Jährigen und einen 48-Jährigen an Armen, Brust und Rücken. Der mutmaßliche Täter wird dem Wismarer Rockerclub zugerechnet.

Vereinsmitglieder sollen auch im rechtsextremen Spektrum unterwegs gewesen sein

Laut Innenministerium hatten viele Menschen im Raum Wismar wegen der "Schwarzen Schar" und der Gewaltstraftaten Angst. "Ich achte das Grundrecht, Vereine und Gesellschaften zu bilden. Die Grenze ist aber überschritten, wenn der Verein Straftaten verübt", erklärte Minister Caffier. "Hier muss sich der Staat schützend vor seine Bürgerinnen und Bürger stellen und deutlich machen: Null Toleranz gegenüber Gewaltkriminalität." Deshalb seien alle Möglichkeiten des Rechtsstaates ausgeschöpft und der Verein verboten worden. Das Grundgesetz und das deutsche Vereinsgesetz hängen die Latte für Verbote sehr hoch. Vereinsmitglieder der Schwarzen Schar sollen auch im rechtsextremen Spektrum unterwegs gewesen sein.

Beim Landeskriminalamt in Rampe bei Schwerin gibt es seit mehreren Jahren eine Ermittlungsgruppe Rocker, wie LKA-Sprecherin Synke Kern sagte. Nach aktuellen Erkenntnissen gibt es landesweit 23 Rockerclubs mit zusammen rund 300 Mitgliedern. "Wir haben alle Rocker im Blick und gehen jeder Straftat nach", sagte Kern. Liegen genügend Beweise vor, würde das LKA dem Innenministerium auch wieder ein Vereinsverbot vorschlagen.

Mongols und Bandidos beschäftigen derzeit MV-Justiz

Immer wieder beschäftigen Mitglieder von Rockerclubs die Polizei und die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern. Am Amtsgericht Pasewalk platzte im Oktober ein Prozess wegen illegalen Waffen- und Drogenbesitzes gegen den "Sicherheitschef" der Bandidos-Rocker aus Neubrandenburg, weil der Angeklagte nicht erschien. Der Mann lebt inzwischen legal in den USA, wie aus Justizkreisen verlautete. Die Behörden bemühten sich, ihn zum Prozess nach Deutschland zu holen.

Vor der Jugendkammer des Landgerichts Neubrandenburg stehen derzeit fünf junge Männer wegen des Vorwurfs des Drogenhandels im großen Stil. Sie sollen alle dem Rockerclub MC Mongols in Neubrandenburg angehören, wie Landgerichtssprecher Christian Deutsch sagte.

Im Dezember kontrollierte die Polizei mit einem Großaufgebot fast 400 Teilnehmer von zwei Rockertreffen in Mecklenburg-Vorpommern. Vor einer Feier des Schwarze Schar MC in Gägelow nahmen die Beamten eine Person fest, gegen die ein Haftbefehl vorlag. Insgesamt kontrollierten die Beamten 77 Fahrzeuge und 274 Teilnehmer, von denen 74 polizeibekannt sind, wie damals mitgeteilt worden war.

In Anklam war die Polizei wegen der Wiedereröffnung des Clubhauses der Rockergruppe Bandidos zwölf Stunden im Einsatz. Etwa hundert Mitglieder aus sechs Bundesländern waren angereist. Die Polizei hatte zunächst befürchtet, dass die Rocker mit Sympathisanten einer verfeindeten Rockergruppe zusammenstoßen könnten, die ihren Sitz in der Nähe hat. Der Einsatz verlief jedoch ohne Störungen. Waffen oder gefährliche Gegenstände wurden laut Polizei nicht gefunden.

 

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