Pegida-Ableger stößt auf Gegenwind:

Rund 3000 Teilnehmer bei Demonstrationen gegen Pegida in MV

Die Anti-Pegida-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern findet immer mehr Zulauf. Bis zum frühen Montagabend waren rund 3000 Menschen auf den Beinen, um für mehr Toleranz zu demonstrieren.

Gegner der Anti-Islam-Bewegung Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) blockierten am 12.01.2015 in Schwerin die Marschstrecke der Anhänger des Pegida-Ablegers.
Jens Büttner Gegner der Anti-Islam-Bewegung Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) blockierten am 12.01.2015 in Schwerin die Marschstrecke der Anhänger des Pegida-Ablegers.

In Mecklenburg-Vorpommern haben am Montagabend an mehreren Orten Schätzungen zufolge knapp 3000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz demonstriert.

Die meisten Demonstranten waren in Rostock unterwegs. Dort wandten sich nach Veranstalterangaben etwa 2000 Menschen bei zwei Demonstrationen und einer Andacht in der Marienkirche gegen die Anti-Islam-Bewegung Pegida.

In Schwerin demonstrierten rund 600 Menschen für ein weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern und ein friedliches Miteinander, in Stralsund waren es etwa 400. In diesen beiden Städten hatte der Pegida-Ableger Mvgida am Montag zum Protest "gegen religiösen Fanatismus" aufgerufen. Dem Aufruf waren in Schwerin zunächst lediglich etwa 200 Menschen gefolgt.

In der Rostocker Marienkirche kamen Schätzungen zufolge knapp 1000 Menschen bei einer interreligiösen Begegnung mit Teilnehmern aus der christlichen, islamischen und jüdischen Gemeinde sowie aus dem Rostocker Bahai-Zentrum zusammen. Der Pastor der Innenstadtgemeinde, Tilman Jeremias, wies darauf hin, dass die eigentlich für diesen Montag geplante Rogida-Demonstration in Rostock abgesagt worden war. Dies sei die Konsequenz aus der starken Beteiligung an der Demonstration "Willkommen im Abendland! Rostock für alle" am Montag vergangener Woche. "Wir wenden uns dagegen, politischen Frust auf dem Rücken der Schwächsten abzuladen", sagte Jeremias. Die Vertreter der anderen Glaubensrichtungen beteten und sangen in der Marienkirche.

Der Intendant des Volkstheaters, Sewan Latchinian, drückte seine Freude darüber aus, dass es Rogida nicht gelungen sei, in Rostock eine Demonstration zu organisieren. "Vielleicht konnten wir sie sogar nachhaltig verjagen. Ich hoffe, es bleibt so."

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