Zweiter Russland-Tag in MV:

Russischer Besuch in MV lässt auf Ende der Krise hoffen

Was die Beziehungen zwischen Russland und der EU angeht, ist MV Vorreiter. Der zweite Russland-Tag in Rostock seit Beginn der diplomatischen Krise stand ganz im Zeichen der Hoffnung: nämlich auf ein baldiges Ende der wechselseitigen wirtschaftlichen Sanktionen.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD, Mitte) und der Gouverneur des Leningrader Gebietes Alexander Drozdenko (rechts) auf Stippvisite bei Kapitän Andrey Orlov auf dem Schiff "Mir".
Jens Büttner Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD, Mitte) und der Gouverneur des Leningrader Gebietes Alexander Drozdenko (rechts) auf Stippvisite bei Kapitän Andrey Orlov auf dem Schiff "Mir".

Der Gouverneur des Leningrader Gebietes ist des Lobes voll: "Das war eine gute Idee von Erwin", sagt Aleksander Jurjewitsch Drosdenko in der Rostocker Hanse Messe am Mittwoch. Die gute Idee: Der Russland-Tag, den MV nach 2014 nun schon zum zweiten Mal veranstaltet. Der Gelobte: Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Rund 600 Gäste aus Wirtschaft und Politik sind diesmal gekommen.

"Wir warten ungeduldig darauf, dass die Sanktionen endlich fallen", sagt Sellering unter dem Beifall der Unternehmer. Die Handelsbeschränkungen hätten keiner Seite etwas gebracht. "Ich halte es für ein vordringliches politisches Ziel, dass Deutschland und Russland, dass die EU und Russland zu einem Handelsaustausch ohne Sanktionen zurückkehren", fordert der Ministerpräsident. Allerdings sei dies die Aufgabe der nationalen Regierungen, nicht die Mecklenburg-Vorpommerns und der Partnerregion aus dem Leningrader Gebiet. Da gäbe es viele gute Beziehungen, sagt Sellering: "Traditionelle noch aus der DDR und gewachsene seit der Wiedervereinigung."

Großwälzlager durch russischen Investor eröffnet

Der Gesprächsfaden wird denn auch auf der nationalen Ebene wieder sachte aufgenommen. Russlands Industrieminister Denis Manturow ist gekommen, am Abend wurde Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet. Gemeinsam mit Sellering unterschreibt Manturow eine Absichtserklärung über den Ausbau der Zusammenarbeit. Dabei setzt man besonders auf erneuerbare Energien, die Landwirtschaft und die Bildung. "Die Resonanz auf den Russland-Tag zeigt, welcher Bedarf da ist, den Dialog weiterzuentwickeln", sagt der Minister aus Moskau.

Ein handfestes Ergebnis des ersten Russland-Tages ist eine Großinvestition der Kirow-Gruppe in Rostock. Jetzt, zwei Jahre später, wird dort die Deutsche Großwälzlager GmbH eröffnet. Diese Lager kommen unter anderem in Windkraftanlagen, Krantürmen und Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz. Die Gruppe investierte rund 15 Millionen Euro. In einem ersten Schritt wurden 30 neue Arbeitsplätze geschaffen.

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Kommentare (2)

Ich hoffe nicht, dass der Sellering das Wort "sachte" benutzt hat.

Hallo karsten.doerre! Danke für den Hinweis! Das ist uns online durchgerutscht, in der gedruckten Zeitung ist der Fehler aber behoben. Hier nun auch. Beste Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion