Beize-Wiederzulassung gefordert:

Schädlinge schmälern Rapsernte

Die Pflanzen bringen deutlich weniger Erträge als früher. Die Bauern wollen dies nicht weiter hinnehmen und wieder zu einer umstrittenen Anwendung zurückkehren.

Weil die Rapsernte in diesem Jahr zu wünschen übrig ließ, wünschen sich Landwirte die Beize zurück.
Bernd Wüstneck Weil die Rapsernte in diesem Jahr zu wünschen übrig ließ, wünschen sich Landwirte die Beize zurück.

Angesichts der Schäden beim Raps fordert der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, die Rapsbeize für die Aussaat im Herbst wieder zuzulassen. Sonst drohten für die Ernte 2017 ähnliche Ertragsausfälle wie in diesem Jahr, erklärte der Präsident des Verbandes Detlef Kurreck am Freitag in Neubrandenburg. Zudem seien bei einem Raps-Großflächenversuch keine negativen Auswirkungen dieser Saatgutbehandlung auf Bienen festgestellt worden.

Das Saatgut wurde bis 2014 gebeizt, um die Kohlfliege und andere Schädlinge abzuhalten. Die EU hatte die Anwendung der Beize vor zwei Jahren untersagt, weil negative Auswirkungen auf Bienen befürchtet wurden.

Bauern müssen mit Einbußen rechnen

Durch das Beiz-Verbot gingen die Rapspflanzen 2015 nach Kohlfliegen- und Erdflohbefall schon geschwächt in den Winter und bringen nun deutlich weniger Erträge, erklärte Kurreck. Die laufende Ernte zeige, dass die Erträge der Ölfrucht unter 30 Dezitonnen je Hektar lägen. Der durchschnittliche Ertrag habe bisher bei 40 Dezitonnen je Hektar gelegen. Im letzten Jahr mit Beize 2013/14 waren es 44,6 Dezitonnen Rapskörner je Hektar.

Damit müssten den Bauern im Nordosten in diesem Jahr beim Raps mit rund 100 Millionen Euro weniger als 2015 rechnen. Die Bauern hatten wegen den Niedrigpreis-Problemen bei Milch und Fleisch auf eine gute Ernte gehofft, die ihre Liquidität wieder verbessern sollte. Raps ist mit 234 000 Hektar die zweitgrößte Anbaufrucht im Nordosten.

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