Bürgerinitiative ist nicht zufrieden:

Schlagerwelle kommt, aber nicht überall

Der Norddeutsche Rundfunk tritt die Flucht nach vorn an und plant ein Programm nur für deutschsprachige Musik. Allerdings gibt es einen entscheidenden Grund, warum die Kritiker eines Überangebots englischer Musik damit noch nicht zufrieden sind.

Die Schlagerrebellen fordern, dass in allen Radiogeräten ihre Lieblingsmusik empfangbar ist.
Bernd Settnik Die Schlagerrebellen fordern, dass in allen Radiogeräten ihre Lieblingsmusik empfangbar ist.

Helene Fischer, Claudia Jung oder Roger Whittaker – diese Schlagerstars soll es künftig wieder im Musikprogramm des Norddeutschen Rundfunks geben. Damit fasst sich der öffentlich-rechtliche Sender ein Herz und geht auf seine Kritiker zu, die sich mehr deutsche Musik im Radio wünschen und dafür vor allem in der Region Neubrandenburg sogar auf die Barrikaden gehen.

„Der NDR Hörfunk sieht sich aktuell in der Verantwortung, der Nachfrage nach einem Programmangebot mit Schlagern und deutschsprachigen Titeln nachzukommen“, begründet eine Sprecherin des Senders die Kehrtwende. In den vergangenen Jahren hatten sich die Landesprogramme zunehmend einem jüngeren Publikum zugewandt und Schlagermusik aus dem Repertoire gedrängt.

Noch gibt es allerdings keinen Termin für den Sendestart. „Wir sind noch in einem frühen Planungsstadium“, so die Sprecherin. Angesichts der überraschenden Entwicklung sieht sich die Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio“ in ihren Forderungen bestätigt. „Von allein wäre das nicht gekommen. Das schreiben wir uns ein wenig mit auf die Fahnen“, reagierte Willi Behnick, Chef des Sprecherrates der Bürgerinitiative.

Schlager auch im Garten oder Auto empfangen

Trotzdem geben sich die Schlagerrebellen nicht zufrieden. Das hat vor allem einen Grund: Laut NDR-Sprecherin soll die neue Welle nicht über Ukw verbreitet werden. Stattdessen sollen die deutschen Titel per Livestream im Internet laufen sowie digital über Antenne im sogenannten DAB+Standard ausgestrahlt werden. „Längst nicht jeder ältere Hörer hat Zugang zum Internet oder kann sich diesen leisten“, gibt Behnick zu bedenken. Außerdem gehe es darum, Schlager auch im Garten oder im Autoradio empfangen zu können.

 

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