Kuriose Zoogeburt:

Schlange mit zwei Köpfen im Rostocker Zoo

Ob sie auch eine gespaltene Persönlichkeit hat, ist nicht bekannt. Doch die Natter mit zwei Häuptern sorgt auch so für Aufsehen.

Bereits im Juni vergangenen Jahres ist die Höhlen-Schönnatter geschlüpft.
Axel Dobbertin Bereits im Juni vergangenen Jahres ist die Höhlen-Schönnatter geschlüpft.

Im Rostocker Zoo ist eine Schlange mit zwei Köpfen geboren worden. Die Höhlenschönnatter werde noch vor Ostern in ein Terrarium im Haus der Menschenaffen Darwineum gebracht, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Das bereits im Juni vergangenen Jahres geschlüpfte Tier sei inzwischen 65 Zentimeter groß und etwa 45 Gramm schwer.

„Die Schlange frisst selbstständig und kann auch mit beiden Köpfen Nahrung aufnehmen, aber nur jeweils mit einem Kopf fressen", berichtete die Kuratorin Antje Zimmermann. Neben den zwei Köpfen habe das Tier mit dem zoologischen Namen Orthriophis taeniurus ridleyi zwei Luft- und Speiseröhren, die sich zu jeweils einer vereinen. Alle anderen Organe seien nur einmal vorhanden.

Wie bei der Entwicklung von eineiigen Zwillingen

„Es handelt sich hier um eine biologische Besonderheit, die sehr selten vorkommt", sagte Zimmermann. Der biologische Ursprung sei ein nicht abgeschlossener Teilungsvorgang. Wie bei der Entwicklung von eineiigen Zwillingen beginne sich die befruchtete Eizelle zu teilen. Dann aber breche die Teilung verfrüht ab. „Je nach Zeitpunkt des Abbruchs kann das Ergebnis wie im Fall unserer Schlange ein doppelter Kopf sein", so Zimmermann.

Die Geburt einer Schlange mit zwei Köpfen sei zwar selten, „aber gar nicht so außergewöhnlich", sagte Christine Kurrle vom Frankfurter Zoo. Ein möglicher Grund für das Wachsen von zwei Köpfen sei die Zucht. „Wenn viel gezüchtet wird und viele Tiere da sind, dann kommt es auch statistisch häufiger vor", erklärte sie. Zum Teil seien die Schlangen bis in das Erwachsenenalter lebensfähig. In der freien Wildbahn hätten sie jedoch eine geringere Überlebenschance.

Im Rostocker Zoo leben zwei erwachsene Höhlenschönnattern und 15 Jungtiere. Im Durchschnitt erreichen die nicht giftigen Tiere ein Alter von 15 bis 20 Jahren und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten. Ihr natürlicher Lebensraum liegt vor allem zwischen China und Malaysia.

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