"Das perfekte Dinner":

Schlossherr erkocht sich mit Rehrücken den dritten Platz im Fernsehen

Beim Koch-Wettbewerb der Regionen musste sich die Mecklenburger Schweiz dem Vogtland geschlagen geben. Nach Ausstrahlung der Sendung hagelte es Kritik der Zuschauer.

Schlossherr Joachim von Levetzow kocht bereits seit seiner Kindheit.
Caroline Schiko Schlossherr Joachim von Levetzow kocht bereits seit seiner Kindheit.

„Bis zum Schluss dachte ich noch, ich könnte der Favorit sein“, sagt Joachim von Levetzow. Er hat bei der VOX-Fernsehserie „Das perfekte Dinner – Kampf der Regionen“ teilgenommen, die am Freitagabend ausgestrahlt worden ist. Gewonnen hat "Jo, der Baron", wie er im Fernsehen genannt wurde, dann doch nicht.

Mit dem dritten Platz von vier Teilnehmern ist der Lelkendorfer dennoch weitestgehend zufrieden. Rein vom Kochen her, hätte er sich allerdings eine andere Reihenfolge gewünscht. „Aber es wird ja alles bewertet, auch das Rundherum“, sagt er.

Bei den Fernsehzuschauern war die Sendung umstritten. Direkt nach der Ausstrahlung diskutierten Hunderte in Internet-Foren und auf Facebook: "Mehr als seltsame Runde. Jo so schlecht zu bewerten, war der pure Neid der anderen. Die Gewinnerin war mega-unsympathisch", schreibt Nadja Fiegehenn. 

Ivonne John kommentiert: "Eine wirklich komische Gesellschaft. Der Neid untereinander war ja unmöglich." Eine "aggressive Stimmung" und "völlig miserable Bewertungen" hat Gudula Rödiger ausgemacht. Sandra Äidsch ergänzt, sie habe sich schon "beim Zuschauen unwohl gefühlt". Tatsächlich vergaben die Teilnehmer des Koch-Wettbewerbs untereinander geringe Punkt-Zahlen. 

Kein Wein aus MV

Etliche Sympathie-Punkte hingegen sammelte Joachim von Levetzow. Als peinlich empfanden viele Internet-Kommentatoren, dass ihn die anderen Teilnehmern wegen fehlender Weine aus Mecklenburg-Vorpommern kritisierten. 

Bereits im September 2012 waren die Dreharbeiten zu der Kochshow im Vorabendprogramm gelaufen. Lange mussten die vier Teilnehmer dann auf die Ausstrahlung warten, denn vorher haben auch sie nicht in die Sendung reinschauen dürfen.

Angefangen hatte alles mit einer E-Mail der vom Sender beauftragten Filmfirma. Sie wurde auf Schloss Lelkendorf aufmerksam und fragte an, ob nicht einer der Bewohner Lust hätte, bei dem TV-Format mitzumachen. „Die E-Mail landete sofort im Müll. Wir schauen selbst ja gar keine privaten Sender“, erinnert sich der 69-Jährige. Als er es dann seinen Kindern erzählte, überredete sein Sohn Axel ihn aber schließlich. Es sei doch eine schöne Werbung für die Region und das Familienunternehmen.

Den Braten hat er selbst erlegt

Das aufgetafelte Reh hatte der Hobbykoch selbst geschossen und am Vorabend der Aufzeichnung noch zerlegt. Gelungen ist ihm aber nicht nur der Rehrücken, auch bei seiner Vorspeise und Nachspeise klappte alles, wie er es sich vorgestellt hat. Die Zutaten und Gerichte waren alle regional. Der Fisch für die Suppe kam aus dem Kummerower See und die Heckensuppe mit Klüten ist eine alte hiesige Süßspeise.

Gereicht für den Sieg hat all dies nicht. „Aber mit dem Gewinn hat es die Richtige getroffen“, meint der 69-Jährige. Am Ende setzte sich die Greizerin Diana Zschiegner mit Vogtländischen Schwammespalken und Kaninchenkeulen an die Spitze.

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