Fehlende Hygiene beim Essen:

Schmutz und Schimmel in MVs Kita-Küchen

Bei gut der Hälfte aller Kontrollen kommen Mängel bei der Hygiene ans Licht. In Mecklenburg-Vorpommern mehr als doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Dennoch wird nicht genauer hingesehen.

In Kitas geht es häufig unhygienischer zu als gedacht. Und das beim sensiblen Thema Essen.
Roland Weihrauch In Kitas geht es häufig unhygienischer zu als gedacht. Und das beim sensiblen Thema Essen.

Beim Schul- und Kitaessen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es überdurchschnittlich viele Hygiene-Mängel. Während Kontrollen hierzulande bei rund 56 Prozent der Küchen und Kantinen Beanstandungen ans Licht brachten, war das republikweit nur in 25 Prozent der Betriebe der Fall. „Die Zahl der Verstöße ist besorgniserregend hoch“, sagte Ulrike Berger, bildungspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion.

Über die Hälfte aller Einrichtungen ist mangelhaft

Mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung hatte sie die Qualität der Schulspeisung thematisiert. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz legte Zahlen von Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern der Kreise und kreisfreien Städte aus dem Jahr 2013 vor. Sie überprüfen alle Essenversorger im Land, darunter auch die Kita- und Schulspeisung: 55,7 Prozent erwiesen sich als mangelhaft. Unter den Landkreisen schnitten Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte mit jeweils 53,7 Prozent ein wenig besser ab als alle anderen.

Fast ein Drittel der Mängel betrifft bauliche oder organisatorische Schwachstellen: Putz bröckelt, Schimmel gedeiht, der Kühlschrank ist vereist, Lüftungsanlagen, Handwaschbecken oder Fliesen fehlen. Hinzu kommen hygienische Mängel wie eine lückenhafte Selbstkontrolle (24,3 Prozent). Auch die Sauberkeit des Geländes und die Abfallentsorgung ließen zu wünschen übrig (18,2 Prozent).

Kontrolliert wird weniger

„Die Ergebnisse zeigen, dass ein hoher Kontrolldruck notwendig ist“, sagte Ulrike Berger. Doch stattdessen werde weniger genau hingesehen: Im Vergleich der Jahre 2011 und 2013 nahmen die Ämter rund 500 Kontrollen weniger vor. Die Grünen fordern, den Rückgang zu stoppen und Eltern mit einer Hygiene-Ampel über die Ergebnisse zu informieren.

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