Seit Tagen nicht mehr gesehen:

Schnabelwal ist offenbar auf dem Heimweg

Der in der Wismarbucht verirrte Schnabelwal könnte den Weg in die offene Ostsee gefunden haben. Seit drei Tagen ist er nicht mehr gesehen worden. Noch dürfte er sich aber in der Ostsee aufhalten. Zu Hause ist der Wal im Nordatlantik.

So sprang der Schnabelwal noch Anfang Oktober aus dem Wasser der Ostsee in der Wohlenberger Wiek südwestlich von Wismar.
Jens Büttner So sprang der Schnabelwal noch Anfang Oktober aus dem Wasser der Ostsee in der Wohlenberger Wiek südwestlich von Wismar.

Der in den vergangenen Wochen bei Wismar immer wieder gesichtete Schnabelwal hat die flachen Gewässer der Ostseebucht offenbar verlassen. Der Irrgast aus dem Nordatlantik wurde am Sonntag zum letzten Mal in der Wismarbucht nahe der Insel Poel gesehen, wie der Meeresbiologe Michael Dähne am Donnerstag sagte. Das sei schon nahe am Ausgang der Bucht gewesen. Dähne hofft, dass der vier Meter lange Sowerby-Zweizahnwal in der Fahrrinne für die Schifffahrt die Wismarbucht verlassen hat und in die offene Ostsee geschwommen ist. Ganz sicher sei er sich aber nicht, sagte der Kurator für Meeressäuger am Meeresmuseum Stralsund. Allerdings sei der Wal in den gut zwei Wochen seines Ausflugs zuvor täglich in der Wismarbucht gesichtet worden, nun schon drei Tage nicht mehr.

Wenn der Wal, der als Extremtaucher gilt, aus der flachen Bucht herausgefunden hat, halte er sich wahrscheinlich noch in der Ostsee auf, meinte Dähne. „Er kann irgendwo an der Küste wieder auftauchen, vielleicht vor den dänischen Inseln.“ Beobachter könnten das Walweibchen mit etwas Glück sogar identifizieren: Es hat auf der rechten Körperseite hinter der Finne eine kreisrunde Narbe, die vom Biss eines Neunauges stammt. Neunaugen sind Fische, die Blut saugen.

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