Drei Tote durch Orkan in Deutschland:

Bahn stellt Nahverkehr in MV ein - viele Unfälle durch Sturm

Im Nordosten waren vor allem Bahnreisende die Leidtragenden. Die Polizei meldete zudem zahlreiche Unfälle auf den Straßen.

Klaus Altmann-Dangelat/Nordbayerischer Kurier/dpa Dieser Regional-Express raste in Bayern in einen Baum. Um solche Unfälle zu vermeiden, stellte die Bahn in MV den Nahverkehr ein.

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms und zahlreicher umgestürzter Bäume den Nahverkehr im Land am Dienstag eingestellt. Die Züge warteten auf Bahnhöfen oder blieben in den Depots, sagte eine Sprecherin. Auf der Strecke Berlin-Hamburg verkehrten am Dienstagabend keine Züge mehr, weil Bäume in die Oberleitungen gestürzt waren.

Aktuelle Informationen sind laut Bahn unter der allgemeinen Servicenummer 0180 6 99 66 33 (20ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf) und über die kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 erhältlich.

Deutschlandweit starben drei Menschen. Ein vom Sturm «Niklas» umgestürzter Baum hat in Rheinland-Pfalz zwei Menschen erschlagen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, fiel der Baum bei Montabaur im Westerwald auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei. Rettungskräfte konnten die beiden Männer nur noch tot aus dem Wrack auf einer Landstraße bergen. Damit stieg die Zahl der Sturmtoten auf drei. Zuvor war in Groß Santersleben in Sachsen-Anhalt ein Mann gestorben, er wurde vor seiner Haustür unter einer umstürzenden Betonmauer begraben.

Zahlreiche Unfälle auf den Straßen im Land

Schnee und Schneeregen haben zudem den Winter auf die Straßen zurückgebracht. Nach Angaben der Polizei ereigneten sich mehrere Unfälle.

Auf der K28 zwischen Breitenstein und Rothenklempenow im Landkreis Vorpommern ist ein Transporter durch eine Windböe ins Schleudern geraten, stieß gegen ein Brückengeländer, durchbrach dieses und landete im Fluss. Der 25-jährige Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Der Schaden am Auto beträgt 21000 Euro.

Auf der Autobahn 20 nahe der Anschlussstelle Kröpelin in Richtung Rostock rutschte ein Wagen in die Mittelschutzplanke, es entstand Blechschaden. Bei Sachschäden blieb es laut Polizei auch bei weiteren vier Auto-Unfällen auf glatten Straßen im Bereich Bad Doberan. Auf der A14 rutschte zwischen den Anschlussstellen Schwerin-Ost und Dreieck Schwerin ein unbeladener Sattelzug von der Fahrbahn und blieb im Graben stehen. Wegen der Bergungsarbeiten war eine Sperrung beider Fahrbahnen in Richtung Süden nötig.

Auf der A24 nahe Wittenburg geriet laut Polizei ein Auto plötzlich außer Kontrolle und prallte erst gegen die Mittelschutz- und dann gegen die Außenschutzplanke. An dem Fahrzeug entstand Totalschaden. Ebenfalls bei Wittenburg musste ein Autofahrer wegen eines ausscherenden Wagens plötzlich bremsen, verlor die Gewalt über sein Fahrzeug und prallte gegen eine Schutzplanke. Verletzt wurde niemand.

In Daskow bei Ribnitz-Damgarten wurde das Auto einer Frau offenbar von einer Böe erfasst und von der Straße gedrückt. Die 58-Jährige blieb unverletzt, am Auto enstand 10 000 Euro Schaden. Für den Abend erwartete der Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee Böen bis Stärke zwölf in Mecklenburg-Vorpommern.

Bereits am Montag ereignete sich eine Unfallserie nach einem heftigen Hagelschauer auf der Autobahn 19. Die Bilanz: Rund 100 000 Euro Schaden, zwei Verletzte und eine stundenlange Sperrung. Wie ein Polizeisprecher in Linstow (Landkreis Rostock) erklärte, fuhren zwischen den Abfahrten Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) und Linstow elf Autos ineinander beziehungsweise prallten gegen Leitplanken oder überschlugen sich. Die Autobahn in Richtung Rostock war daraufhin mehrere Stunden gesperrt. Nach Angaben der Polizei waren viele Autofahrer auf glatter Fahrbahn zu schnell gefahren, einige auch mit Sommerreifen. In Richtung Berlin verunglückten vier Autos, wobei ein Mann verletzt wurde.

 

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