Weiße Flecke:

Schnelles Internet bleibt auf dem Land oft Wunschtraum

Während die Städte in MV mit neuen Datenleitungen aufgerüstet werden, hinkt das flache Land weiter hinterher. Dadurch stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Doch die großen Konzerne haben einen Grund für ihre Zurückhaltung.

Entspannt mit dem Laptop auf der Couch sitzen und im Internet surfen, das sieht vor allem in der Werbung gut aus. In vielen Gegenden „tröpfeln“ die Daten nur aus der Leitung.
Avm Entspannt mit dem Laptop auf der Couch sitzen und im Internet surfen, das sieht vor allem in der Werbung gut aus. In vielen Gegenden „tröpfeln“ die Daten nur aus der Leitung.

Müritz-Region, Ueckermünder Heide, Teile der Feldberger Seenlandschaft: Die weißen Flecke beim schnellen Internet werden auch in den kommenden Jahren im Nordosten nicht verschwinden. Zwar seien in den vergangenen fünf Jahren mit Hilfe von Fördergeldern in über 300 Orten schnelle Netze verlegt worden. „Wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen“, sagte aber Bernd Holter, Chef der Landesinitiative für den Ausbau der Breitbandnetze.

„Unternehmen wechseln den Standort, wenn sie nicht über schnelles Internet verfügen“, warnte IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch. Die Grundversorgung allein reiche nicht mehr aus, wenn zum Beispiel Projektunterlagen per E-Mail verschickt würden. Langsames Internet werde zum Wettbewerbsnachteil und gefährde Arbeitsplätze. Darüber hinaus bleibe die Bürgernähe auf der Strecke, wenn Behörden und Ämter nicht online erreicht werden könnten.

Es mangelt selbst an der Grundversorgung

Unterdessen droht sogar eine tiefere digitale Kluft zwischen Stadt und Land. Während in dichter besiedelten Gegenden die Telekom ihre Glasfasernetze zu Super-Autobahnen ausbaut, kann in ländlichen Regionen nicht einmal eine Internet-Grundversorgung angeboten werden.

„Wir verlegen und erweitern die Netze dort, wo es für uns wirtschaftlich ist“, redete Telekom-Vertriebsexperte Torsten Freiberg auf einer Fachtagung der IHK Neubrandenburg Klartext. Es gehöre nicht zu den Pflichtaufgaben des Unternehmens, schnelles Internet flächendeckend anzubieten. „Es müssen auch künftig Fördermittel zur Verfügung stehen, um entlegene Gebiete zu erreichen und wirtschaftliche Verluste auszugleichen“, stellte er fest. Wenn 132 000 Euro ausgegeben werden müssten, um einen einzelnen Bauernhof anzuschließen, rechne sich die Investition nicht.

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