Massenkarambolage im Sandsturm:

Schützende Hecke musste wegen Politiker-Gipfel weichen

Der tödliche Massenunfall auf der Autobahn 19 bei Rostock vor fünf Jahren hängt anscheinend mit einem wichtigen Politiker-Treffen in Heiligendamm im Jahr 2007 zusammen.

Ein schwerer Sandsturm hatte im April 2011 eine tödliche Massenkarambolage ausgelöst.
Bernd Wüstneck Ein schwerer Sandsturm hatte im April 2011 eine tödliche Massenkarambolage ausgelöst.

Die scharfen Sicherheitsmaßnahmen vor dem G8-Gipfel in Mecklenburg-Vorpommern haben mit zu dem tödlichen Sandsturmunfall auf der A 19 vor fünf Jahren geführt: „Dort stand früher eine Hecke. Die musste aber für den Gipfel entfernt werden“, sagte am Dienstag Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin.

Eine Hecke hätte den Sturm bremsen können. Das Treffen der mächtigsten Staatschefs der Welt fand 2007 in Heiligendamm statt. Bei der Massenkarambolage im Sandsturm mit 60 Fahrzeugen waren acht Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall jährt sich am Freitag zum fünften Mal.

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Kommentare (3)

Ich wünsche mir intensive Ermittlungen der besten investigativen Journalisten unseres Bundeslandes, sofern ihnen nicht vorsorglich ein Maulkorb umgehängt werden würde, um sich der Hintergründe der Heckenentfernung anzunehmen. Ob sich eine Staatsanwaltschaft findet, die daraus die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die veranstaltenden Politiker vornimmt wegen Beihilfe zur Begehung einer Straftat, ist die eine Frage. Die andere Frage ist, ob es angesichts der Ablehnung einer Hauptverhandlung wegen des Love-Parade-Unglücks ein Gericht geben wird, das diese Anklage verhandelt, Wenn zu DDR-Zeiten der gleiche Wahnsinn geherrscht hätte, Hecken abzuschneiden, nur weil ein paar Politiker an ihnen vorbeifahren, müßte entlang der Protokollstrecke Wandlitz - Berlin jeder Baum am Rande der Autobahn abgeholzt worden sein.

Da sollte ruhig Frau Merkel mal Courage beweisen, wie sie es immer von anderen fordert und ihr "Gesäß" hinhalten und zurücktreten. Sie hat dann ja die volle moralische Verantwortung für die vielen Toten im eigenen Land....

Nicht Politiker entscheiden über ihre eigene Sicherheit sondern die Polizei oder entsprechende Sicherheitskräfte, die mit der Sicherung beauftragt sind. Ich frage mich, welchen gesellschaftspolitischen Background Sie gelehrt bekommen haben, um derart qualifizierten Unsinn zu verfassen. Dass Till Backhaus sich erst nach zehn Jahren erinnert, die Hecke sei Opfer des G8-Gipfels geworden, wirft die Frage auf: in welchem Zustand ist sein Kurzzeitgedächtnis.