Studie der Grünen:

Schulwege in Meckpomm sind oft zu lang

Schüler auf dem Land haben es oft schwerer. Nach neuen Untersuchungen kommen einige Gymnasiasten mit Schulweg, Schule und Hausaufgaben auf eine 60-Stunden-Woche.

Viele Kinder im Land sind lange unterwegs, bis sie endlich die Schule erreichen.
Franziska Kraufmann Viele Kinder im Land sind lange unterwegs, bis sie endlich die Schule erreichen.

Wer in Anklam aufs Gymnasium geht, muss früh aufstehen – um 7.10 Uhr ist dort Schulbeginn. Und wer dann noch verkehrsungünstig wohnt, muss noch früher aus den Federn: Einer von fünf Anklamer Schülern überschreitet den vom Land vorgegebenen Richtwert von einer Stunde Fahrt zur Schule. In Demmin ist es einer von sechs.

Wissenschaftler der Uni Greifswald haben jetzt im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion zwei Studie zu den Fahrtzeiten und den Belastungen der Schüler in ausgewählten Regionen Ms vorgelegt. Das Ergebnis: Rund die Hälfte der befragten Jugendlichen der Klassenstufen 10 und 12 am Gymnasien in Vorpommern absolvieren eine 50-Stunden Woche, zehn Prozent der Zehntklässler sogar eine 60-Stunden Woche.

Studienautor André Zornow stellte fest, dass Gymnasiasten vom Land wegen der langen Wege bis zu 20 Stunden mehr pro Woche aufwenden müssen als jene, die in der Stadt wohnen. Zornows Resümee: „Die Landschüler Mecklenburg-Vorpommerns bezahlen die Konsolidierungspolitik der Landesregierung und schwarze Nullen im Haushalt mit einem signifikanten, manchmal sogar dem größten Teil ihrer Entwicklungsmöglichkeiten, da ihre Freizeit durch bisweilen stundenlange Fahrzeiten weitgehend oder ganz aufgezehrt wird.“

Verzicht auf weitere Schulschließungen gefordert

Die andere Studie beleuchtet die Situation der Grundschüler in Vorpommern-Rügen. Allein dort gelte für 135 Gemeinden, dass die örtlich zuständige Grundschule nicht innerhalb des Richtwertes von 40 Minuten erreichbar ist, sagte Grünen-Abgeordnete Ulrike Berger, am Freitag bei der Vorstellung der Studien in Schwerin. Sie forderte den Verzicht auf weitere Schulschließungen im Land und die Neufassung ungünstiger Schuleinzugsbereiche.

Zudem müssten die Schüler das Recht bekommen, die nächstgelegene Schule zu besuchen, auch wenn diese nicht die örtlich zuständige Schule ist. Wenn bei einem langen Weg eine Schule in freier Trägerschaft näher am Wohnort liegt, sollte aus Sicht von Berger die öffentliche Hand das Schulgeld für das betreffende Kind übernehmen.

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