Panne bei Werbepostern für Landwirtschaftsmesse :

Schwarzes Schaf darf nicht aufs Plakat

Da wurden die Schwarzköpfigen Fleischschafe aber ordentlich veräppelt. Dabei wollten sie nur ein bisschen Rampenlicht vor der Landwirtschaftsmesse. Die Geschichte eines Plakates.

Das Werbeplakat der Mela 
Ch. Weinreich Das Werbeplakat der Mela 

Neubrandenburg. Sie geben viel Fleisch, fressen wenig und sind gute Mütter. Doch trotz ihrer guten Eigenschaften fristen Schwarzköpfige Fleischschafe ihr Dasein vorwiegend als „Döner-Tiere“ in der Mastlammproduktion. Dieses Jahr läuft es besser für die Nutztiere. Das Schwarzköpfige Fleischschaf steht vier Tage lang im Rampenlicht der Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung. Es ist nämlich das „Tier der MeLa 2013“.

Doch plötzlich gibt es Verwirrung ums schwarze Schaf. Eine andere Rasse wirbt am Straßenrand für dies Messe. Vom Großplakat blickt ein Artgenosse mit weißem Kopf und hängenden Ohren niedlich drein. Und die eigentlichen Protagonisten? Die schauen dumm aus dem Stall. Auch der Chef des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes, Jürgen Lückhoff, hat von diesem ominösen Plakatmotiv gehört. Er ist überzeugt: „Spätestens nach der Mela wissen alle wie ein Schwarzköpfiges Fleischschaf aussieht.“ Und Lückhoff fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Auch die Plakatmacher.“ Aber warum darf das Messe-Schaf nicht aufs Plakat? Ist es nicht fotogen genug? Oder ist es eine Panne der Werbemacher – wie kürzlich bei der FDP im Bundestagswahlkampf. Dort nutzten die Liberalen, die NPD und eine finnische Quarkwerbung das gleiche Filmmaterial von einer vierköpfigen Familie.

Der Nordkurier hat nachgefragt. Mela-Sprecher Harald Kienscherf versucht das Schafs-Dilemma aufzuklären: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Wie jetzt? Keine Werbung für die Mela? Doch, Kienscherf spricht von einem Zufall. „Das eine ist das Tier der MeLa 2013 wie in der Vergangenheit ,Mecklenburger Warmblut‘ oder der ,Rostocker Tümmler‘“, sagt er. Das andere sei eben ein allgemeines Großplakat, welches mit dem Slogan „Da muss ich hin!“ für die Fachmesse werbe. Das Landwirtschaftsministerium hat noch eine andere Erklärung: Die Messe-Veranstalter wollten bestimmt kein Schaf diskriminieren und setzten deshalb bei der Motivauswahl strikt auf Gleichberechtigung.

Ob Panne, Zufall oder Gleichberechtigung: Die Besucher können sich auf der Landwirtschaftsausstellung vom 12. bis 15. September in Mühlengeez bei Güstrow selbst ein Bild vom Schwarzköpfigen Fleischschaf und seinen tollen Eigenschaften machen.