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Schwesig kontert Shitstorm für "aufgebauschtes" Zitat

Ein angebliches Zitat flog Manuela Schwesig anlässlich der G20-Krawalle in Hamburg um die Ohren: „Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem”, wurde sie in der WELT zitiert. Der Nordkurier ging der Sache auf den Grund.

Auf Facebook und Twitter wurde das angebliche Zitat von Manuela Schwesig immer wieder geteilt und empört kommentiert.
NK-Grafik Nicole Weihmann / Quellen: Facebook und Twitter Auf Facebook und Twitter wurde das angebliche Zitat von Manuela Schwesig immer wieder geteilt und empört kommentiert.

In Hamburg brennen Autos und Barrikaden, Polizisten werden angegriffen und Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) erklärt zu alledem: „Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem”.

Diesen Eindruck jedenfalls konnte gewinnen, wer sich seit Freitag auf Facebook und Twitter bewegte. Allenthalben ploppten dort Bilder mit diesem Zitat der Ministerpräsidentin auf – verbunden meist mit empörten Kommentaren hunderter Internetnutzer. Auch Politiker und Parteien – etwa die AfD MV - empörten sich. Allein das entsprechende Video der bayerischen CSU wurde knapp 180.000 Mal aufgerufen (Stand: Sonntagnachmittag).

Faktencheck

Die Sache hat allerdings zwei Haken: Zum einen stammt das Zitat aus einem Zeitungsartikel der WELT aus dem Jahr 2014 und bezog sich also daher keineswegs auf die G20-Krawalle vom Wochenende. Schwesig hatte damals ein Programm ihrer Amtsvorgängerin Kristina Schröder (CDU) gegen Linksextremismus eingestampft.

Der zweite Haken: Ob der Satz „Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem” überhaupt so gefallen ist, wie die WELT ihn in ihrer Überschrift zitierte, ist zweifelhaft. Das Zitat taucht in der damaligen Berichterstattung über Schwesigs Äußerungen an keiner anderen Stelle als in der WELT-Überschrift auf – noch nicht einmal im WELT-Artikel selbst. Darin wird allerdings deutlich, dass Schwesig sich mit dem Wort "aufgebauscht" auf ihre Amtsvorgängerin Schröder bezog, nicht auf Linksextremismus an sich.

Die Ministerpräsidentin ließ am Sonntag ihren Sprecher Andreas Timm zu der Angelegenheit Stellung nehmen: „Frau Schwesig hat diese Aussage so nicht getätigt und schon gar nicht auf Gewalttaten bezogen.”

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