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Sea Eye stoppt Rettungseinsätze im Mittelmeer

Die Organisation Sea Eye wird vorerst nicht mehr in Seenot geratenen Flüchtlingen im Mittelmeer retten. Damit unterbricht auch die „Seefuchs” aus Stralsund ihren Einsatz vor der libyschen Küste.

Der rund 60 Jahre alte einstige Fischkutter "Seefuchs" war bis 2016 als Exkursions- und Tauchschiff im Einsatz.
Nordkurier Archiv Der rund 60 Jahre alte einstige Fischkutter „Seefuchs” war bis 2016 als Exkursions- und Tauchschiff im Einsatz.

Nach Ärzte ohne Grenzen will auch die Organisation Sea Eye vorerst keine Einsätze zur Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im westlichen Mittelmeer mehr fahren. Grund dafür sei eine veränderte Sicherheitslage, nachdem die libysche Regierung eine unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt hatte – verbunden mit einer expliziten Drohung an private Nichtregierungsorganisation, teilte die Gruppe aus Regensburg am Sonntag mit.

„Eine Fortsetzung unserer Rettungsarbeiten ist unter diesen Umständen aktuell nicht möglich. Wir können dies auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten”, sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer.

Damit unterbricht auch die „Seefuchs” ihren Einsatz vor der libyschen Küste. Der rund 60 Jahre alte einstige Fischkutter war bis 2016 als Exkursions- und Tauchschiff im Einsatz und lag in Stralsund, bevor er im März 2017 von der Organisation gekauft wurde.

Ärzte ohne Grenzen

Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag mitgeteilt, den Mittelmeer-Einsatz zu unterbrechen. Zur Begründung hieß es, die zentrale Seenotrettungsleitstelle in Rom (MRCC) habe die Hilfsorganisation vor Sicherheitsrisiken in Verbindung mit Drohungen der libyschen Küstenwache gewarnt, die sich gegen die Schiffe humanitärer Organisationen in internationalen Gewässern vor der Küste des Bürgerkriegslands richteten.