Renten in Ost und West:

Sellering fordert die Angleichung

Die unterschiedlichen Rentenberechnungen in Ost und West sind ein Dauerthema. Doch bislang hat sich keine der Bundesregierungen an das komplizierte Rechenwerk herangetraut.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Sellering (SPD) hat eine künftige Bundesregierung aufgefordert, die Ostrenten rasch auf Westniveau anzuheben.
Christian Charisius Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Sellering (SPD) hat eine künftige Bundesregierung aufgefordert, die Ostrenten rasch auf Westniveau anzuheben.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) fordert von der neuen Bundesregierung, die Ostrenten möglichst rasch an das höhere Westniveau anzupassen. "Die Angleichung muss endlich kommen. Schwarz-Gelb hatte sie als Ziel im Koalitionsvertrag, das Versprechen aber nicht gehalten", sagte Sellering. Die SPD habe daher die Rentenangleichung erneut in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

Sellering führt seit 2008 eine Landesregierung aus SPD und CDU. Er hatte schon unmittelbar nach der Bundestagswahl Gespräche mit der Union befürwortet, um Möglichkeiten einer großen Koalition auf Bundesebene auszuloten. Aus vielen Gesprächen mit Betroffenen wisse er, dass die auch 23 Jahre nach der Einheit fortbestehenden Unterschiede im Rentenrecht als große Ungerechtigkeit empfunden würden. "Viele müssen schon lange Jahre damit leben. Die Politik darf nicht noch länger warten. Wer gleiche Arbeitsverläufe hat, der soll gleiche Renten beziehen", sagte Sellering.

Der Rentenwert Ost zur Berechnung der Zahlungen beträgt seit 1. Juli dieses Jahres 25,74 Euro und damit 91,5 Prozent des Westniveaus, doch gibt es teilweise einen Ausgleich. Nach statistischen Berechnungen liegt die Durchschnittsrente in Mecklenburg-Vorpommern bei rund 850 Euro.

Nach Einschätzung Sellerings kann die Anpassung nur im Einvernehmen mit den westdeutschen Bundesländern gelingen. "Ich kenne die Diskussionen darüber, dass Frauen im Osten schon heute höhere Renten beziehen als Frauen im Westen. Das ist doch aber auch gerechtfertigt, wenn die einen 40 Jahre und die anderen 15 Jahre gearbeitet haben", sagte er.

Zudem müssten neben Einzelrenten auch die Einkommen der Rentnerhaushalte verglichen werden. "So etwas wie Betriebsrenten gibt es im Osten so gut wie nicht. Und die meist höheren Pensionen werden bislang auch vorwiegend im Westen gezahlt", erläuterte der SPD-Politiker.

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