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Sellering führt SPD in Landtagswahlkampf

Eine Umfrage sagt der SPD bei der Landtagswahl im September einen Absturz in der Wählergunst voraus. Landeschef Sellering ist dennoch zuversichtlich. Auf einem Parteitag in Neubrandenburg machte er den Sozialdemokraten Mut.

Der Ministerpräsident Erwin Sellering bleibt Steuermann: Er wurde mit auf den Listenplatz 1 gewählt.
Jens Büttner Der Ministerpräsident Erwin Sellering bleibt Steuermann: Er wurde mit auf den Listenplatz 1 gewählt.

Neubrandenburg. Die Sozialdemokraten Mecklenburg-Vorpommerns ziehen mit bewährten Kandidaten in den Kampf um die Landtagswahl am 4. September. Ihr "Kapitän", Landeschef Erwin Sellering, führt die SPD zum zweiten Mal in einen Wahlkampf. Auf dem Landesparteitag am Samstag in Neubrandenburg wurde er auf Platz 1 der Kandidatenliste für ein Landtagsmandat gewählt.

Sellering sagte, er bewerbe sich erneut als Ministerpräsident, denn er wolle seine Arbeit für ein wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen. "Wir haben dieses Land auf einen guten, erfolgreichen Kurs gebracht, wir haben den richtigen Kapitän und eine starke Mannschaft", sagte der 66-Jährige und zeigte sich ungeachtet schlechter Umfrageergebnisse für die SPD.

Sellering bleibt SPD-Steuermann

Sellering erhielt 87 von 94 Delegiertenstimmen (92,6 Prozent). Die Listenplätze 2 bis 6 besetzen Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, die 93,7 Prozent Zustimmung erhielt, sowie die Minister Christian Pegel (88,3 Prozent), Birgit Hesse (92,6 Prozent), Till Backhaus (95,7 Prozent) und Mathias Brodkorb (86,0 Prozent). Auf die folgenden Plätze kamen erfahrene Landtagsabgeordnete.

Um den noch aussichtsreichen Platz 13 gab es die erste Kampfkandidatur zweier Abgeordneter. Dabei gewann Andreas Butzki vor Jörg Heydorn, der wegen Landesgeldern für ein leerstehendes Flüchtlingsheim, das seine Firma betreibt, in die Schlagzeilen geraten war. Heydorn setzte sich im Kampf um Platz 18 durch. Das erste neue Gesicht auf der Liste gehört der 26-jährigen Elisabeth Aßmann auf Platz 14.

SPD stärkste Fraktion

Derzeit stellt die SPD mit 27 Abgeordneten die stärkste Fraktion. Würde sich bei der Landtagswahl das schlechte Ergebnis einer Nordkurier-Umfrage bestätigen, könnte sie zehn Sitze verlieren. Laut Umfrage hätte die SPD bei einer Landtagswahl an diesem Sonntag nur 22 Prozent der Stimmen nach der CDU mit 24 Prozent erhalten. 2011 hatte die SPD die Wahl mit 35,6 Prozent gewonnen. Drittstärkste Kraft wäre laut Umfrage die rechtspopulistische AfD mit 18 Prozent. Dies sei schmerzhaft, sagte Sellering. Die SPD werde sich um die potenziellen Wähler der AfD bemühen.