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Sicherheitslücke in der JVA Waldeck

Was für ein Szenario: Im Gefängnis bei Rostock wird es schweren Jungs offenbar leicht gemacht, auf sensible Daten zuzugreifen. Sind die Namen des Personals, Gefangenentransportlisten, Liefertermine oder auch der Belegungsplan in Gefahr?

Alles gesichert? Auf den ersten Blick schon, aber schwere Jungs haben es tatsächlich leicht, sich in die Rechner der Justizvollzugsanstalt Waldeck bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) einzuhacken.
Robert Schlesinger Alles gesichert? Auf den ersten Blick schon, aber schwere Jungs haben es tatsächlich leicht, sich in die Rechner der Justizvollzugsanstalt Waldeck bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) einzuhacken.

Ausgerechnet in der größten Haftanstalt Mecklenburg-Vorpommerns klafft seit über einem Jahr ein Sicherheitsleck: 80 Computer in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldeck arbeiten noch mit dem veralteten Betriebssystem Windows XP. Microsoft hatte die Unterstützung für das Betriebssystem vor etwa einem Jahr eingestellt. Sicherheitslücken werden deshalb nicht mehr automatisch behoben. Das wäre auch kein Problem, wenn die Rechner offline arbeiten würden. Laut Justizministerium ist dem aber nicht so: „Bei den 80 Computern handelt es sich auch um Geräte, mit denen ein Zugang zum Internet möglich ist“, räumte das Ressort auf Nachfrage des Nordkuriers ein. Allerdings sei dies nur unter strengen Sicherheitsauflagen möglich. In der JVA Waldeck gibt es laut eigenen Angaben 234 Haftplätze. Mit der Erweiterung stehen seit 1998 zusätzlich 100 Plätze im offenen Vollzug zur Verfügung. Im Dezember 2004 wurde die sozialtherapeutische Abteilung mit 50 Haftplätzen in Betrieb genommen.

Aber nicht nur im Gefängnis Waldeck steht veraltete und unsichere Technik. Insgesamt sind damit 3,5 Prozent aller IT-Arbeitsplätze der Landesverwaltung betroffen, geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag hervor.