Rätsel um Wal geklärt:

Sichtung im Greifswalder Bodden war ein Buckelwal

Forscher des Meeresmuseums haben Filmaufnahmen ausgewertet und den Wal im Greifswalder Bodden identifiziert. Entgegen ersten Annahmen hat das Tier eine Rückenfinne.

Dieses Foto ist zwar vor der Küste Ecuadors entstanden, doch ein solcher Buckelwal wurde dieser Tage auch im Greifswalder Bodden gesichtet.
             
Jose Jacome Dieses Foto ist zwar vor der Küste Ecuadors entstanden, doch ein solcher Buckelwal wurde dieser Tage auch im Greifswalder Bodden gesichtet.  

Die Identität des im Greifswalder Bodden gesichteten Wales ist geklärt. Über Videoaufnahmen auf dem Smartphone einer Urlauberfamilie sei zweifelsfrei festgestellt worden, dass es sich um einen Buckelwal handele, sagte der Kurator für Meeressäuger am Deutschen Meeresmuseum, Michael Dähne, am Montag. Die Forscher hatten am Freitag um Aufnahmen gebeten, nachdem Segler von einem Wal ohne Rückenfinne im Greifswalder Bodden berichtet hatten. Dies hätte auf einen in der Ostsee sehr selten Nachweis hin gedeutet. Unter anderem haben Glattwale, Weißwale (Beluga) und Narwale keine Rückenfinne.

Buckelwale sind als Irrgäste häufiger in der Ostsee zu sehen - zuletzt 2014/2015 sogar eine Mutter mit Kalb. Diese beiden Tiere hatten nach Einschätzung dänischer Forscher offenbar in der Ostsee überwintert. Vor der deutschen Küste gibt es Nachweise von Buckelwalen für 1766, 1978, 2003 und 2008.

Buckelwale können bis zu 15 Meter groß werden

Wie Dähne weiter sagte, war erst Anfang Juli ein Buckelwal vor Danzig in ein Netz geraten und befreit worden. Ob es sich bei dem im Greifswalder Bodden gesehenen Tier um denselben Wal handele, könne bislang nicht gesagt werden. „Wir bemühen uns gerade um Vergleichsfotos von den polnischen Kollegen“, sagte Dähne. Die Aufnahme der Urlauberfamilie stammt von Freitag. Seitdem gebe es keine neuen Hinweise. Deshalb sei es möglich, dass das Tier den Greifswalder Bodden bereits wieder verlassen habe.

Das Tier ist schätzungsweise acht bis zehn Meter groß. Erkannt worden sei es an der typisch buckligen Abtauchbewegung und an der flachen Rückenfinne, sagte Dähne. Die in allen Ozeanen beheimateten Buckelwale können bis zu 15 Meter groß werden. Sie ziehen im Sommer in die kälteren Gewässer wie den Nordatlantik, leben im Winter in tropischen und subtropischen Gewässern.

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