Polizei ermittelt auf Hochtouren:

"Sie haben Angst" - Flüchtlinge vor Notunterkunft verprügelt

In einer Wismarer Flüchtlingsunterkunft geht die Angst um. Zwei Syrer wurden am Wochenende krankenhausreif geprügelt. Der Schock sitzt tief. Reden will vor Ort aber niemand über den Angriff.

Jens Büttner Etwa 20 Männer sollen am Samstagabend vor dieser Notunterkunft in Wismar zwei syrische Flüchtlinge mit Baseballschlägern verprügelt haben. Nach der Attacke sucht die Polizei weiter nach den Angreifern.
Kühles Schmuddelwetter herrscht in der Hansestadt Wismar. Ein paar Schulkinder trödeln am Montagmittag durch einen kleinen Park in einem Plattenbauviertel, vorbei an einer umzäunten, mit Graffiti besprühten Turnhalle. In dieser Notunterkunft leben Flüchtlinge, vor allem Familien und viele Kinder, wie Florian Fust, der Leiter der Einrichtung, sagt. Informationen zu dem Überfall auf zwei Syrer am Wochenende dürfe er aber nicht geben, betont er. Auch reden wolle keiner der Betroffenen - weder über den Angriff noch über seine persönliche Situation, erklärt Fust.

Am Samstagabend waren die 31 und 33 Jahre alten syrischen Flüchtlinge in dem Park vor ihrer Unterkunft von mehreren Tätern mit Baseballschlägern attackiert und niedergeschlagen worden. Sie erlitten Prellungen und Abschürfungen, einer der beiden auch einen Rippenbruch. Beide wurden nach der Behandlung im Krankenhaus wieder entlassen. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren.

Der Vorfall habe alle schockiert, haupt- und ehrenamtliche Betreuer und vor allem die Flüchtlinge selbst, sagt Helferin Britta Fust von der Initiative "Wismar für alle". "Sie haben Angst."

Auch die ehrenamtlichen Helfer haben Angst

Auch bei den Betreibern der Notunterkunft, den Maltesern, und den Ehrenamtlichen scheint die Angst tief zu sitzen. Immer wieder werden die Bewohner der Notunterkunft nach Angaben von Britta Fust darauf hingewiesen, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr rauszugehen. Ein paar afghanische Männer, die gerade im Park spazierengehen, werden aufgefordert, mit niemandem zu reden und sich nicht fotografieren zu lassen. Auch allgemeine Fragen nach Anzahl oder Herkunft der Flüchtlinge in der Notunterkunft bleiben unbeantwortet.

 

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