Tragische Unglücke in MV:

Sieben Badetote am Wochenende

Auch ein achtjähriger Junge, der nach einem Badeunfall in Graal-Müritz zunächst wiederbelebt werden konnte, starb später in der Klinik.

In Ückeritz riefen die Ersthelfer sofort die Rettungsschwimmer. Eine DLRG-Mitarbeiterin kam sofort, um den Mann zu reanimieren - leider vergebens.
Tilo Wallrodt In Ückeritz riefen die Ersthelfer sofort die Rettungsschwimmer. Eine DLRG-Mitarbeiterin kam sofort, um den Mann zu reanimieren - leider vergebens.

Tragische Bilanz eines Sommerwochenendes: Sieben Menschen sind beim Baden in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher am Montag in Rostock sagte, starb auch der achtjährige Junge, der am Sonntag in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) beim Schwimmen verschwunden und erst nach 20 Minuten aus dem Wasser gezogen worden war. Retter konnten den Jungen am Strand zwar zunächst wiederbeleben, er starb aber dann in einer Klinik in Rostock.

In Ückeritz ist ein Mann vor den Augen seiner Frau ertrunken. Trotz des dramatischen Rettungsversuchs mehrerer Badegäste und Rettungsschwimmer konnte für den Mann nichts mehr getan werden. Er war der sechste Badetote an diesem Wochenende.

"Während der Wiederbelegungsmaßnahmen am Strand gingen Eltern mit ihren Kindern ins Wasser. Das war ein Irrsinn", sagte der Selliner Wachleiter Peter Prussakowski der dpa. Am Sonntag herrschten rund 1,5 bis 2,5 Meter hohe Wellen und eine enorme Unterströmung. 

88-Jähriger stirbt in der Feldberger Seenlandschaft

Außerdem waren am Wochenende sechs weitere Badetote zu beklagen: ein Ehepaar in Prora auf Rügen, ein 46-jähriger Hamburger vor Hiddensee, ein Achtjähriger bei Graal-Müritz sowie ein 87-jähriger an der Feldberger Seenlandschaft und ein 56-jähriger Familienvater in Sellin (Rügen).

Ein 88-jähriger Mann ist am Sonntag außerdem in einem Badesee in der Feldberger Seenlandschaft (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gestorben. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, war der Mann schwimmen gegangen und kurz darauf unter Wasser gesunken. Rettungskräfte fanden den 88-Jährigen schließlich leblos am Strand.

Auf Rügen kommt ein Ehepaar ums Leben

Ebenfalls am Sonntag starben am Strand von Prora auf Rügen ein 59 Jahre alter Mann und seine gleichaltrige Frau in der Ostsee. Das Ehepaar aus Bergen wurde leblos aus dem Wasser geborgen, Wiederbelebungsversuche scheiterten. Ob beide ertrunken seien oder Gesundheitsproblem zu ihrem Tod führten, sei noch unklar, hieß es bei der Polizei. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Bereits am Samstag war ein 46-jähriger Mann aus Hamburg, der Urlaub auf Hiddensee machte, beim Baden in der Ostsee ums Leben gekommen. Laut Polizei hatten andere Badegäste am Strand von Vitte den leblos im Wasser treibenden Mann entdeckt und Alarm geschlagen. Wiederbelebungsversuche eines Rettungsschwimmers und auch des Notarztes seien erfolglos geblieben. Die Todesursache sei noch unklar, hier soll eine Obduktion des Leichnams den Fall klären.

Der Großvater wollte nur den Ball holen

In Sellin auf Rügen kam am Sonntag zudem ein 56-jähriger Familienvater aus Niedersachsen ums Leben.

Vor einer Woche war auf Usedom bereits ein 70-jähriger Urlauber aus Sachsen in der Ostsee ertrunken. Er hatte laut Polizei versucht, den Ball seiner Enkelin aus dem Wasser zu holen und Zeugenaussagen zufolge dann gesundheitliche Probleme bekommen. Ein Notarzt stellte später Tod durch Ertrinken fest.

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