Rathäuser und Landratsämter:

Sinkende Flüchtlingszahlen: Neue Stellen nicht besetzt

Landesweit wurde mehr Personal für den Flüchtlingsandrang angekündigt. Doch viele der neu geschaffenen Stellen sind bislang nicht besetzt. Der Grund dafür ist der Rückgang der Asylbewerberzahlen nach Schließung der Balkanroute.

Eine syrische Familie wartet im Integrationsbüro in der Flüchtlingserstaufnahme in Stern-Buchholz bei Schwerin auf ein Vermittlungsgespräch. Zur Betreuung der Asylbewerber stocken die Kommunen ihr Personal teils kräftig auf.
Jens Büttner Eine syrische Familie wartet im Integrationsbüro in der Flüchtlingserstaufnahme in Stern-Buchholz bei Schwerin auf ein Vermittlungsgespräch. Zur Betreuung der Asylbewerber stocken die Kommunen ihr Personal teils kräftig auf.

Landkreise und kreisfreie Städte in Mecklenburg-Vorpommern stocken ihr Personal für die Betreuung und Verwaltung von Flüchtlingen teils kräftig auf. Doch wegen des momentan stark reduzierten Zustroms sind viele der neu geschaffenen Stellen noch gar nicht besetzt.

Allein Rostock hat 86 befristete Stellen eingerichtet, wie eine Sprecherin der Hansestadt mitteilte. Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat Geld für 26,5 zusätzliche Stellen eingeplant, wie Sprecher Olaf Manzke sagte. Sie würden nach und nach, je nach Bedarf, besetzt. "Sie sind noch nicht ausgeschöpft."

Hintergrund sind die in letzter Zeit deutlich gesunkenen Flüchtlingszahlen, vor allem seit Schließung der Balkanroute. Die Stellenplanung war auf Grundlage der Erfahrungen von 2015 gemacht worden.

Seenplatte: fast 600.000 Euro Personalkosten

Manzke zufolge sind dem Landkreis Vorpommern-Greifswald in diesem Jahr bislang 580 Migranten zugewiesen worden, nach fast 3.300 im gesamten vergangenen Jahr. Die Hansestadt Rostock hat der Sprecherin zufolge erst 27 neue Mitarbeiter im Amt für Flüchtlingsangelegenheiten und Integration eingestellt.

Zukünftige Einstellungen sollen in Abhängigkeit der Fallzahlen erfolgen, sagte sie. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat nach Worten eines Sprechers 21 zusätzliche Stellen im Sozial-, Jugend- und Gesundheitsamt sowie in der Wohnungsverwaltung geschaffen.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte richtete im vergangenen Jahr 24,5 Stellen im Zusammenhang mit der Asylsituation ein, erklärte eine Sprecherin in Neubrandenburg. "Das entsprach höheren Personalkosten in Höhe von mehr als 595.000 Euro, die der Landkreis gegenüber dem Land geltend gemacht hat."

Landesweit sinkende Flüchtlingszahlen

Bei den Stellen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte handelt es sich um Verstärkung für das Jugendamt, das Sozialamt, das Gesundheitsamt, für die Ausländerbehörde, für das Unterbringungsmanagement und um zwei Integrationslotsen.

Die Stellen sind der Sprecherin zufolge mit unterschiedlichen Befristungen versehen. Mecklenburg-Vorpommern hat im vergangenen Jahr rund 23.000 Geflüchtete aufgenommen. In diesem Jahr sind es nach Angaben des Innenministeriums in Schwerin bislang rund 3.500.

Dabei ist eine abnehmende Tendenz zu beobachten. Kamen im Januar noch 1.896 Flüchtlinge, so waren es im Februar nach Worten eines Ministeriumssprechers 1.284, im März bisher sogar nur rund 300.

Kommentare (3)

[Anmerkung der Redaktion: Ein direkter Themenbezug war nicht erkennbar, daher wurde dieser Kommentar bearbeitet. ]

https://de.wikipedia.org/wiki/Kopp_Verlag - oder nimmst den "Klitterer", der ist wenigstens amüsant.

Was?