Leserhilfswerk:

Sorge um den kranken Mann und das durchgelegene Bett

Vor vier Jahren erhielt Hannes S. die Diagnose Krebs. Für ihn und seine Familie bedeutet das zusätzliche Einschnitte. 

Mit großer Mühe steht Sigrid S. von ihrem Stuhl auf. „Wenn ich erst auf den Beinen bin, geht es wieder“, sagt die 48-jährige Frau. Sie leidet an Arthrose, einer Gelenkerkrankung. Außerdem machen ihr die Folgen eines Sturzes zu schaffen. Der liegt zwar schon fast zehn Jahre zurück, hat aber einen bleibenden Schaden an einem Hüftgelenk hinterlassen. „Eigentlich müsste ich längst operiert werden“, weiß Sigrid S. „Aber ich kann meine Familie doch nicht allein lassen“, erklärt sie. Schon gar nicht jetzt, wo ihr Mann so krank sei.

Die schockierende Diagnose kam vor vier Jahren, erzählt sie. Ihr Mann habe über Halsschmerzen geklagt. Alles sah nach einer Angina aus. Der Arzt verschrieb Antibiotika, aber die schlugen nicht an. Erst weitere intensive Untersuchungen brachten die Gewissheit: Kehlkopfkrebs. Es folgten Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Die Behandlungen blieben nicht ohne Folgen. Beim Entfernen von Tumoren wurden die Stimmbänder durchtrennt. Hannes S. lebt jetzt mit einer Sprachkanüle. Zudem kann er den linken Arm nicht mehr richtig bewegen. Und als wäre das noch nicht genug, wurde inzwischen auch Leukämie festgestellt.

Manchmal muss die Couch herhalten

Der 50-Jährige hat sich nach all dem völlig zurückgezogen. Er verlässt kaum noch das Haus. So kümmert sich Sigrid S. nun allein um den Alltag der Familie. Im Haus leben noch zwei Kinder, 18 und 15 Jahre alt, die sich in der Schul- bzw. Berufsausbildung befinden. Außerdem betreut Sigrid S. zeitweilig den dreijährigen Enkelsohn, um die älteste Tochter etwas zu entlasten, die noch an den Folgen eines schweren Unfalls leidet.

Manchmal sitze sie abends in der Küche und weine vor sich hin, sagt die couragierte Frau. Oft findet sie nicht in den Schlaf, weil sie sich so viele Gedanken und Sorgen macht. Außerdem lassen selbst im Bett ihre Schmerzen nicht nach, was auch auf die durchgelegene Matratze zurückzuführen ist. Sie sei schon auf die Couch ausgewichen zum Schlafen, sagt sie. Doch die ist ebenfalls durchgesessen. „Vor 14 Jahren haben wir die Couch aus der Möbelbörse geholt“, erzählt Sigrid S. Für den Kauf neuer Einrichtungsgegenstände fehlt der Familie das Geld. Zurzeit zahle sie immer noch für den Fernseher ab, den sie gekauft hat, als der alte kaputt ging. Mehr geht nicht.

Das Leserhilfswerk

Das Hilfswerk Kurierverlag e.V gibt es seit 23 Jahren. Entstanden im Spätherbst 1992, unterstützt es in Not geratene Mitbürger. Bislang konnten mehr als 2800 Mitbürger und Familien in schwierigen Situationen eine Hilfe erhalten. Bei der Vergabe der Spenden arbeitet der Vorstand eng zusammen mit karitativen Vereinen. Heute und in den nächsten Wochen berichten wir über das Schicksal von Menschen in unserer Region. Mit einer Spende können Sie dazu beitragen, diesen und anderen Menschen in Not zu helfen.

Die Spendenkonten

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Empfänger:

Hilfswerk Kurierverlag e.V.

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